4 Dezember 2023

Baselbieter SP-Nationalrat Nussbaumer ist neu „h√∂chster Schweizer“

Mit Reden, der Vereidigung der Mitglieder und der Landeshymne ist der Nationalrat am Montag in die neue Amtsperiode 2023 bis 2027 gestartet. Zu seinem neuen Präsidenten wählte der Rat den Baselbieter SP-Nationalrat Eric Nussbaumer.

Der seit 2007 im Nationalrat aktive Elektroingenieur erhielt 180 von 192 g√ľltigen Stimmen und machte damit ein √ľberdurchschnittliches Resultat. Der langj√§hrige Mittelwert bei dieser Wahl liegt bei 155 Stimmen. Der 63-j√§hrige Nussbaumer folgt als „h√∂chster Schweizer“ auf den B√ľndner Mitte-Nationalrat Martin Candinas.

Nussbaumer stellte sein Ratspr√§sidium unter das Motto „Grenzen √ľberschreiten – Horizont erweitern“, wie er in einer Kurzrede sagte. Es gelte, auch einmal die scheinbar logische und gefestigte eigene Position in Frage zu stellen. „Wer den eigenen gedanklichen Gartenzaun auch mal niedertrampelt, der wird auch in der politischen Diskussion Wege und L√∂sungen finden, die tragf√§hig sind“.

Erste Vizepr√§sidentin des Nationalrates und damit voraussichtlich 2025 h√∂chste Schweizerin ist die Aargauer Freisinnige Maja Riniker. Sie wurde mit 177 von 195 g√ľltigen Stimmen gew√§hlt. Neuer zweiter Vizepr√§sident der grossen Kammer ist der Freiburger Pierre-Andr√© Page (SVP). Er erhielt 155 von 173 g√ľltigen Stimmen.

Die konstituierende Sitzung des Nationalrats er√∂ffnet hatte der Zuger Mitte-Nationalrat Gerhard Pfister als Alterspr√§sident. In einer „Zeit der Umbr√ľche“ sei es an den Eidgen√∂ssischen R√§ten, daf√ľr zu sorgen, dass auch k√ľnftige Generationen die Schweiz „so erleben d√ľrfen wie wir“, sagte er in seiner Er√∂ffnungsrede.

Pfister warb f√ľr harte, aber faire Auseinandersetzungen im Interesse der Sache. Risse „in den Palisaden der Selbstverst√§ndlichkeiten in der Schweiz“ stellten nicht nur Herausforderungen dar, sondern auch Chancen.

Zu Wort kommt jeweils in der konstituierenden Sitzung auch das j√ľngste erstmals in die grosse Kammer gew√§hlte Mitglied, heuer die 26-j√§hrige Berner Winzerin Katja Riem (SVP). Sie brachte eine Rebe mit ans Rednerpult. Wie die Rebe mit den Wurzeln im Boden verankert bleibe, sei es auch die Aufgabe der Parlamentsmitglieder, mit der Bev√∂lkerung, dem Volkswillen, verbunden zu bleiben, sagte sie.

Nach diesen Reden legten die 200 Nationalratsmitglieder den Eid oder das Gel√ľbde ab, die Pflichten des Amts gewissenhaft zu erf√ľllen.

Ebenfalls zur konstituierenden Sitzung des Nationalrats geh√∂rt das Singen der Landeshymne. Das tat der 200-k√∂pfige Nationalrat mit Hilfe des Berner Konzertchors „Ensemble Canto Clasico“. Nach der Wahl von Eric Nussbaumer sangen die „M√§nnerstimmen Basel“.

Im Nationalrat sitzen laut Auskunft der Parlamentsdienste 54 neue Mitglieder, davon 21 Frauen. Neu weist der Kanton Z√ľrich einen Sitz mehr auf als in der vergangenen Legislatur – dies auf Kosten des Kantons Basel-Stadt.

Schon am Montagnachmittag, nach einer Pause, begann der Rat mit der Beratung erster Sachgeschäfte. Dies im Rahmen der Wintersession der Eidgenössischen Räte, welche drei Wochen lang dauert.

(text:sda/bild:keystone/sda)