6 Juli 2023

Aussichten f├╝r den Detailhandel bleiben durchzogen

Der Detailhandel in der Schweiz d├╝rfte im laufenden Jahr nur noch leicht wachsen. Belastet wird der Detailhandel laut einer neuen Studie von der Inflation und den Zinserh├Âhungen, die die Budgets der Konsumenten schm├Ąlern. Auf der anderen Seite verst├Ąrken die wachsende Bev├Âlkerung und der robuste Arbeitsmarkt den Konsum.

Im Food/Near-Food-Sektor wird der Umsatz bis 2023 nominal leicht steigen. Der Non-Food-Sektor wird laut einem am Donnerstag ver├Âffentlichten Bericht der Credit Suisse nominal stagnieren. Insgesamt d├╝rften die Detailhandelsums├Ątze im Jahr 2023 leicht um 1 Prozent zunehmen, heisst es in der Studie.

Dies ist allerdings vor allem dank der Teuerung der Fall. Preisbereinigt w├╝rden n├Ąmlich sowohl das Segment Lebensmittel als auch der Bereich Non-Food ins Minus rutschen, heisst es. Die Preise im Detailhandel gingen im Jahr 2022 durchschnittlich um 1,6 Prozent hoch, 2023 im bisherigen Jahresverlauf bereits um 3,5 Prozent.

Die Preisentwicklungen unterscheiden sich allerdings nach Sparte. W├Ąhrend vergangenes Jahr vor allem die Preise im Non-Food-Bereich, wie beispielsweise in der Sparte Wohnen, Do-it-yourself, Garten oder Autozubeh├Âr, zugelegt haben, verlangsamte sich die Teuerung in diesen Sparten im laufenden Jahr wieder. Denn die Lieferkettenprobleme, die in dieser Kategorie laut der Studienautorin der preistreibende Faktor waren, l├Âsen sich zunehmend auf.

Daf├╝r hat die Inflation im Bereich der Lebensmittel oder lebensmittelnahen Produkte seit Jahresbeginn angezogen. Gr├╝nde daf├╝r sind laut den Experten die h├Âheren Energiepreise, die auch zu Kostensteigerungen bei Transport, D├╝ngemitteln und Verpackungen f├╝hrten, sowie steigende Preise f├╝r Grundnahrungsmittel aufgrund des Ukraine-Krieges.

Der robuste Arbeitsmarkt und die Zuwanderung werden laut der Autorin auch in der zweiten Jahresh├Ąlfte den Konsum und damit den Detailhandelsumsatz st├╝tzen. Der robuste Arbeitsmarkt spiegelt sich in der Arbeitslosenquote wider, die einen neuen 20-Jahres-Tiefstand erreicht hat und f├╝r den Rest des Jahres auf einem sehr niedrigen Niveau bleiben wird. Und weniger Arbeitslose heisst, dass sich auch mehr Leute im Detailhandel etwas leisten k├Ânnen.

Auf der anderen Seite d├╝rften Inflation und Zinserh├Âhungen die Haushaltsbudgets und damit die Nachfrage im Detailhandel auch weiterhin belasten. Wenn die Zinss├Ątze weiter steigen, m├╝ssen die Menschen h├Âhere Kreditsummen zahlen. Das bedeutet, dass sie weniger Geld haben, um im Detailhandel einzukaufen.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)