Aussergewöhnliche Zufallsrettung der Rega auf dem Thunersee
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(03:32)
Da es gestern ein regnerischer Nachmittag war, ist der Thunersee praktisch leer, als kurz vor 17.00 Uhr ein Rega-Hubschrauber über den See fliegt. Die Rega-Crew kommt vom Inselspital und will zur Basis in Wilderswil zurück. Plötzlich sticht der Crew ein schnelles und unkontrolliertes Motorboot ins Auge. Aus der Luft beobachtete die Crew, wie das Boot vor dem Naturschutzgebiet Weissenau in Unterseen enge Kreise zog, einen Zaun im Wasser durchbrach und schliesslich über einen Uferweg hinausschoss und an Land zum Stillstand kam. Der Rettungssanitäter wurde an Land abgesetzt und gab per Funk durch, dass er keine Personen beim Boot sehe. Für die Rega-Crew war klar, dass sich Personen im Wasser befinden könnten. So war es auch, und einer der Personen gelang es, aus dem Wasser einen Notruf abzusetzen. Dank dieser Angaben konnten Pilot und Notarzt die drei Personen schliesslich im Wasser entdecken.
Da die Crew die Schiffbrüchigen nicht direkt aus der Luft bergen konnte, musste rasch eine andere Lösung gefunden werden. In der Nähe befand sich ein Berufsfischer. Die Rega-Crew machte ihn aufmerksam: Der Helikopter schwebte nahe bei seinem Boot und gab ihm mit Handzeichen zu verstehen, dass er folgen solle. So führte die Crew den Fischer zu den drei Personen im Wasser. Trotz der schwierigen Bedingungen gelang es ihm, die bereits geschwächten Personen an Bord zu ziehen.
Kurz darauf trafen auch die Seerettung Thunersee und die Gewässerpolizei der Kantonspolizei Bern ein. Die drei Geretteten wurden an Land medizinisch erstversorgt und anschliessend mit Unterkühlung ins nächstgelegene Spital gebracht.
Für Rega-Pilot Rick Maurer bleibt dieser Einsatz eine aussergewöhnliche Rettungsaktion – nicht zuletzt, weil alles mit einer zufälligen Beobachtung aus der Luft begonnen hatte.
(text:pd&pmu/bild:rega)