6 Juni 2021

Auslandspresseverband: Gewalt gegen Journalistin in Ost-Jerusalem

Der Auslandspresseverband in Israel (FPA) hat die Festnahme einer Korrespondentin des katarischen TV-Senders Al-Dschasira in Ost-Jerusalem am Sonntag kritisiert. Israelische Polizisten h√§tten Givara Budeiri am Vortag w√§hrend eines Protests im Viertel Scheich Dscharrah in Jerusalem „gewaltsam gepackt“. Erst vier Stunden nach ihrer Festnahme sei sie wieder auf freien Fuss gesetzt worden. Danach sei sie im Krankenhaus wegen einer gebrochenen Hand und Prellungen behandelt worden. Ihr Kameramann sei geschlagen und seine Kamera schwer besch√§digt worden.

Nach Angaben von Kollegen vor Ort sowie Videoaufnahmen wurde sie grundlos festgenommen. Budeiri habe eine Weste mit der Aufschrift „Presse“ getragen. Die Polizei habe ihr nicht erlaubt, zu ihrem Fahrzeug zu gehen, um ihnen ihre israelische Pressekarte zu zeigen.

Die Polizei sei zuletzt schon mehrmals zu hart gegen Journalisten vorgegangen. Dies schliesse den Einsatz von Blendgranaten, Tr√§nengas, Patronen mit Schwammspitze und √ľbelriechende Wasserwerfer ein.

„Wir rufen die Polizei dazu auf, die Offiziere zu bestrafen, die grundlos eine erfahrene Journalistin verletzt und professionelle Ausr√ľstung zerst√∂rt haben“, hiess es in der Stellungnahme. Man dr√§nge die Polizei dazu, „die Pressefreiheit zu respektieren und es Journalisten zu erlauben, ihre Arbeit frei und ohne Angst vor Verletzung oder Einsch√ľchterung auszu√ľben“.

Ein Sprecher der israelischen Polizei hatte am Samstag mitgeteilt, die Frau habe die Einsatzkräfte während der Auflösung einer Demonstration gemeinsam mit einem Mann physisch angegriffen. Sie habe sich auch geweigert, sich zu identifizieren.

Nach Polizeiangaben wurden Sicherheitskr√§fte bei den Protesten von Einwohnern des Viertels mit Steinen und Feuerwerksk√∂rpern angegriffen. Drohende Zwangsr√§umungen pal√§stinensischer Familien in Scheich Dscharrah hatten zu Spannungen vor der j√ľngsten Eskalation der Gewalt in der Region beigetragen. Auch nach Beginn der Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas am 21. Mai dauerten die Proteste in Scheich Dscharrah an. Eine erwartete Gerichtsentscheidung zu den Zwangsr√§umungen war lediglich aufgeschoben worden.

(text:sda/bild:unsplash)