24 Juni 2023

Milizen schiessen auf Fl├╝chtende aus dem Sudan

Im Sudan schiessen nach Angaben von Augenzeugen Milizen auf Fl├╝chtende. Das berichtete das UN-Menschenrechtsb├╝ro in Genf am Samstag. Die Menschen aus der Region Westdarfur h├Ątten von „bewaffneten arabischen Milizen“ gesprochen, die von der milit├Ąrischen Truppe Rapid Support Forces (RSF) unterst├╝tzt werden.

Die RSF wird vom ehemaligen Vize-Machthaber Mohammed Hamdan Daglo befehligt. Er liefert sich seit Mitte April einen Machtkampf mit dem De-facto-Staatschef Abdel Fattah al-Burhan und der regul├Ąren Armee. Rund 2,5 Millionen Menschen sind durch die K├Ąmpfe bereits vertrieben worden, davon rund eine halbe Million ins Ausland.

Die Milizen h├Ątten es vor allem auf junge M├Ąnner aus dem Volk der Masalit abgesehen, berichteten die Augenzeugen. Das UN-Menschenrechtsb├╝ro konnte mit 16 von ihnen sprechen. Sie berichteten von Dutzenden Leichen entlang der Strassen einer Region namens Schukri rund zehn Kilometer vor der Grenze zum Tschad. Fliehende seien entweder auf den Boden beordert und aus n├Ąchster N├Ąhe erschossen worden oder das Feuer sei auf ganze Gruppen er├Âffnet worden. Ein 37-J├Ąhriger berichtete, dass aus seiner Gruppe von 30 Fliehenden nur 17 ├╝berlebten. Eine 22-j├Ąhrige Frau berichtete, ihre Gruppe habe einen schwer verwundeten junger Mann zur├╝cklassen m├╝ssen, weil sie keine M├Âglichkeit hatten, ihn ├╝ber die Grenze zu tragen.

Der UN-Hochkommissar f├╝r Menschenrechte, Volker T├╝rk, rief die RSF-F├╝hrung auf, die Vorg├Ąnge klar zu verurteilen und daf├╝r zu sorgen, dass fliehende Menschen nicht angegriffen werden.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)