30 Mai 2021

Auch Reaktion auf zweite Niederlage f├Ąllt vehement aus

Die Schweizer sind an der WM in Riga gute Stehaufm├Ąnnchen. Auch die Reaktion auf die zweite Niederlage im Turnier fiel eindr├╝cklich aus. Die Schweizer besiegen Belarus 6:0.

Was bedeutet dieser vierte Schweizer Erfolg im sechsten Spiel an der WM in Lettland? Die Schweizer d├╝rfen die Planung f├╝r die Viertelfinals langsam vorantreiben. Zur sicheren Qualifikation fehlt bloss noch ein Punkt. Die Schweizer bestreiten ihr letztes Vorrundenspiel am Dienstagmittag gegen Aussenseiter Grossbritannien. Und wom├Âglich steht das sichere Weiterkommen schon vorher fest: Wenn Schweden in einem der n├Ąchsten zwei Spiele (gegen die Slowakei und Russland) einen Punkt abgibt – oder wenn Tschechien gegen D├Ąnemark nicht gewinnt.

Aber rechnen wollen die Schweizer nicht. Und sie m├╝ssen es auch nicht. Die Verfassung, in der sich die Eisgenossen pr├Ąsentieren, verspricht am Dienstag gegen Grossbritannien den n├Ąchsten Sieg. Auch der Blick und die Erwartungen ├╝ber die Vorrunde hinaus verheissen einiges. Die Schweizer wurden ├╝bers Wochenende nicht m├╝de, zu betonen, wie heiss sie sind auf eine Revanche gegen die Russen, gegen die sie am Samstag in einer Partie auf Augenh├Âhe am Ende ungl├╝cklich 1:4 verloren.

Am Sonntag wurde schnell klar, dass diese zweite Niederlage an der WM f├╝r die Partie gegen Belarus keine Nachwehen verursacht hatte. Die Schweizer starteten furios in die Partie. Auf den ersten Puckverlust reagierten sie mit einem umgehenden Pressing, woraus ein Scheibengewinn in der gegnerischen Zone resultierte. Nach nur 36 Sekunden schoss Christoph Bertschy zum 1:0 ein.

Auch im zweiten Abschnitt erwischten die Schweizer mit dem 3:0 von Sven Andrighetto nach 69 Sekunden einen Blitzstart. Schon nach 32 Minuten und dem f├╝nften WM-Tor von Gregory Hofmann (zum 4:0) gab es ├╝ber den Sieger der Partie keine offenen Fragen mehr. Zwei Goals, das 2:0 und das 5:0, gelangen Joel Vermin. Vermin erzielte an Weltmeisterschaften bislang f├╝nf Tore, vier gegen Belarus.

Es imponierte, wie die Schweizer die Weissrussen konzentriert vom Eis arbeiteten. Sie spielten mit dem Gegner Katz und Maus. Sie ├╝berzeugten in der Offensive. Und obwohl dieses Offensivspiel gegen Schweden (0:7) und Russland (1:4) nicht funktioniert hatte, erzielten die Schweizer in Riga bislang sogar mehr Tore als alle anderen Teams der Gruppe A, auch mehr als die Russen.

Aber auch in der Defensive arbeiten die Schweizer vorbildlich und mit grossem Elan. Aus diesen Qualit├Ąten resultierte der problemloseste Sieg gegen Belarus seit elf Jahren. Vor den Olympischen Winterspielen in Vancouver, damals noch unter Ralph Krueger, gewann die Schweiz in Winnipeg gegen die Weissrussen 6:2 und f├╝hrte damals nach 15 Minuten 3:0 und nach 38 Minuten 6:1.

Seither resultierten an Titelk├Ąmpfen zwar meistens Siege gegen Weissrussland, aber diese mussten hart erarbeitet und erdauert werden. Vor drei Jahren in D├Ąnemark siegten die Schweizer nach einem 1:2-R├╝ckstand 5:2. Beim 3:0 in Paris 2017 stand es nach 36 Minuten erst 1:0. 2014 in Minsk f├╝hrten die Schweizer zweimal und verloren 3:4. Und bei den Titelk├Ąmpfen in Finnland (2012) und Schweden (2013) standen die Partien Mitte Schlussdrittel noch unentschieden.

Aber die neue Schweizer Zwei-Weg-Generation (die nicht nur verteidigen, sondern auch angreifen kann) ger├Ąt gegen Gegner dieses Kalibers nicht mehr ins Bangen. Die Belarussen spielten zuvor an dieser WM nicht so schlecht. Sie schlugen Schweden 1:0, schafften es gegen Tschechien in eine Verl├Ąngerung (2:3), erwischten gegen die Slowakei einen Fehlstart (2:5) und f├╝hrten gegen D├Ąnemark nach 40 Minuten 2:1 (und verloren dann 2:5).

Zuversichtlich f├╝r die kommenden Tage stimmt auch, dass Leonardo Genoni im ersten Einsatz seit der missgl├╝ckten Leistung gegen Schweden (vier Gegentore bei nur acht Paraden und Auswechslung nach dem 0:4) den Tritt wieder fand. Genoni kam mit 20 Paraden zum zehnten Shutout mit der Nationalmannschaft, dem ersten an einer Weltmeisterschaft seit dem 3:0 gegen Belarus vor vier Jahren in Paris. Genoni wurde insbesondere im ersten Abschnitt beim Stand von 1:0 mehrmals seri├Âs gepr├╝ft.

 

(text&bild:sda)