11 September 2023

Astra will Gotthard-Strassentunnel in dieser Woche wieder ├Âffnen

Der Gotthard-Strassentunnel sollte nach Angaben des Bundesamtes f├╝r Strassen (Astra) noch in dieser Woche wieder f├╝r den Verkehr freigegeben werden. Abbrucharbeiten werden bereits in der Nacht auf Dienstag beginnen.

Das Ziel sei es, den Tunnel Ende dieser Woche zu ├Âffnen. Die Fachleute arbeiteten mit Hochdruck daran, den Tunnel rasch wieder f├╝r den Verkehr zu ├Âffnen, teilte das Astra am fr├╝hen Montagabend mit. Die Zwischendecke, die am Sonntagnachmittag einen technischen Defekt erlitten hatte, werde auf 25 Metern abgebrochen und ersetzt.

Die notwendigen Sicherungsarbeiten h├Ątten bereits am Montagnachmittag begonnen, hiess es. Eine Herausforderung stelle die Sicherstellung der L├╝ftung im betroffenen Abschnitt dar. Die Zwischendecke trenne den Fahrraum von den Zuluft- und Abluftkan├Ąlen.

Gegen├╝ber Sonntag habe sich der Zustand am Schadenort nicht ver├Ąndert. Der Tunnel bleibe aus Sicherheitsgr├╝nden weiterhin f├╝r den Verkehr gesperrt, so das Astra.

Als Ursache f├╝r die Sch├Ąden geht das Astra derzeit von Spannungsumlagerungen im Gebirge aus. Diese h├Ątten zu lokalen Druckver├Ąnderungen gef├╝hrt und den Tunnel im betroffenen Abschnitt belastet. Dies habe den Riss der Zwischendecke verursacht und der Riss wiederum die Abplatzungen.

Bis zur Wiederer├Âffnung des Strassentunnels wird der Verkehr weiterhin grossr├Ąumig ├╝ber die San-Bernardino-Route (A 13), ├╝ber die Gotthard-Passstrasse und ├╝ber die Simplon-Route umgeleitet. Der Schwerverkehr, der bereits in den Schwerverkehrskontrollzentren Giornico, Tessin, und Ripshausen, Uri, auf eine Weiterfahrt auf der A2 wartet, wird zur├╝ckgehalten.

Der Direktor der Tessiner Wirtschaftskammer Luca Albertoni zeigte sich am Montag auf Anfrage gegen├╝ber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA besorgt ├╝ber die Sperrung. Eine potenziell l├Ąnger dauernde Schliessung des Autotunnels sei f├╝r die Tessiner Wirtschaft bedrohlich. Er forderte Bund und Kantone auf, f├╝r weitere Zwischenf├Ąlle einen „Gotthard-Krisenstab“ einzusetzen.

Bereits fr├╝here Sperrungen des Gotthard-Autobahntunnels – vor allem jene von 2001 – h├Ątten enorme wirtschaftliche Auswirkungen gehabt. 2001 seien der Tessiner Wirtschaft durch die Tunnelsperrung ├╝ber 30 Millionen Franken verloren gegangen. Zahlreiche Firmen im S├╝dkanton seien mit der Deutschschweiz eng verkn├╝pft. Transportketten m├╝ssten garantiert und Kosten vorhersehbar sein.

Auch der Tessiner Regierungspr├Ąsident Raffaele De Rosa (Mitte) zeigte sich besorgt ├╝ber die tempor├Ąre Schliessung des Autotunnels. Der Vorfall im Gotthard-Strassentunnel und die Entgleisung im Basistunnel zeigten, wie fragil die Verbindungen ├╝ber den Alpenbogen seien. „F├╝r das Tessin, das als einziger Kanton der Schweiz vollst├Ąndig s├╝dlich der Alpen liegt, ist die Qualit├Ąt der Verbindungen mit dem Rest des Landes absolut zentral“, sagte er.

Die FDP Tessin sieht den eigenen Kanton immer st├Ąrker isoliert vom Rest des Landes. In einer Medienmitteilung forderte sie deshalb am Montag die Vervollst├Ąndigung des Alptransit-Netzes s├╝dlich von Lugano. Verkehrsminister Albert R├Âsti (SVP) wolle vor allem Mittel in den L├Âtschbergtunnel investieren. ├ťber die Projekte zur Umfahrung von Bellinzona und Biasca sowie die Vervollst├Ąndigung des Alptransit-Netzes im S├╝dtessin sei „kein Wort verloren worden“, kritisierte die FDP Tessin.

Auf der San-Bernardino-Route in Graub├╝nden l├Âste die Sperrung laut dem B├╝ndner Tiefbauamt am Sonntagnachmittag einen Stau auf der A13 im Domleschg aus, wie er sonst an Ferienspitzentagen vorkommt. Sollte der Gotthard-Tunnel am kommenden Wochenende noch gesperrt sein, wollen die Beh├Ârden eine Verkehrsdosierung einsetzen, die f├╝r solche Spitzentage entwickelt wurde.

(text:sda/bild:keystone)