20 April 2021

Asteroideneinschlag vor 66 Millionen Jahren baute RegenwÀlder um

Der Asteroideneinschlag vor 66 Millionen Jahren hat tief in die Struktur der tropischen RegenwÀlder eingegriffen. Das zeigt ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung der UniversitÀt Freiburg anhand von Fossilien aus Kolumbien. Vor dem Ereignis zeichnete demnach ein offenes Kronendach die RegenwÀlder aus.

Das fĂŒnfte Massensterben der Erdgeschichte ereignete sich vor 66 Millionen Jahren, als ein Meteorit im Golf von Mexiko einschlug. Die Katastrophe fĂŒhrte nicht nur zum Untergang der Dinosaurier und zahlreicher anderer Tierarten, sondern löschte auch 45 Prozent der Pflanzenarten in den Tropen aus, wie die Uni Freiburg am Dienstag mitteilte.

Anhand von tausenden fossilen BlĂ€ttern und Pollen aus Kolumbien untersuchte das Forscherteam nun, wie sich der tropische Regenwald im Zuge des Massenaussterbens verĂ€nderte. Von den Ergebnissen berichteten sie in einer frĂŒheren Ausgabe des Fachmagazins „Science“.

Demnach bestanden die RegenwĂ€lder vor dem Massenaussterben etwa zu gleichen Teilen aus Farnen und BlĂŒtenpflanzen. Auch Koniferen, hauptsĂ€chlich Verwandte der Araukarie und der Kaurifichte, prĂ€gten das Ökosystem.

Erstautorin Mónica Carvalho vom Smithsonian Tropical Research Institute und der Universidad del Rosario in Kolumbien geht davon aus, dass die Baumkronen im Gegensatz zu heutigen tropischen RegenwÀldern keinen dichten, fast durchgehenden Schirm bildeten. Stickstoff fixierende Leguminosen, wie sie heute in den Tropen in grosser Zahl vertreten sind, habe es damals kaum gegeben.

Nach dem Massenaussterben erholten sich die WĂ€lder in den folgenden Millionen Jahren. Nun wurden aber die Leguminosen und andere Baumfamilien dominant, wie die Blattfossilien zeigen. LeerrĂ€ume zwischen den Baumkronen wichen einer ĂŒppigen Vegetation.

Auch der Speiseplan der Insekten verÀnderte sich, wie Bissspuren in den Fossilien andeuten: Vor dem Aussterben hatte offenbar jede Insektenart eine bestimmte Pflanze, von der sie sich vorzugsweise ernÀhrte. Danach wurde die Nahrung vielfÀltiger.

„Das ist ein schönes Beispiel dafĂŒr, wie ein Unfall der Geschichte den Lauf des Lebens auf der Erde fĂŒr immer verĂ€ndert hat“, liess sich der Mitautor Daniele Silvestro von der Uni Freiburg zitieren.

(text:sda/bild:unsplash)