7 Februar 2024

Arbeitslosenquote steigt im Januar – Normalisierung setzt sich fort

Die Zahl der Arbeitslosen in der Schweiz ist im Januar gestiegen. Das hat vor allem saisonale Gr├╝nde, aber auch die schw├Ąchelnde Konjunktur spielt zunehmend eine Rolle.

Ende Januar waren bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) 113’175 Menschen als arbeitslos gemeldet, wie das Staatssekretariat f├╝r Wirtschaft (Seco) am Mittwoch mitteilte. Das waren gut 6300 mehr als im Dezember. Die Quote liegt nun bei 2,5 Prozent nach 2,3 Prozent im Vormonat Dezember.

Oliver Sch├Ąrli, Leiter des Bereichs Arbeitsmarkt/Arbeitslosenversicherung beim Seco, sprach vor den Medien dennoch nur von einer „leichten Zunahme“. Im langj├Ąhrigen Vergleich liege die Quote noch immer auf einem tiefen Niveau.

Nach der Pandemie habe sich der Arbeitsmarkt in einer sehr guten Form befunden. „Was wir jetzt sehen, ist eine gewisse Normalisierung“, so Sch├Ąrli.

Zudem habe der aktuelle Anstieg prim├Ąr saisonale Gr├╝nde. Bereinigt um diese saisonalen Effekte stieg die Zahl der Arbeitslosen tats├Ąchlich nur leicht, so dass die bereinigte Arbeitslosenquote bei 2,2 Prozent verharrte.

Die Arbeitslosenquote ist bekanntlich saisonalen Schwankungen unterworfen, weil es in den Wintermonaten etwa auf dem Bau, in der Landwirtschaft und in der Gastronomie weniger Arbeit gibt. Das wird mit der bereinigten Zahl ausgeblendet.

Seco-Mann Sch├Ąrli r├Ąumte gleichwohl ein, dass die aktuelle konjunkturelle Abk├╝hlung gewisse Effekte habe. Der Trend einer geringeren Nachfrage nach Arbeitskr├Ąften, der seit einigen Monaten zu beobachten sei, habe sich im Januar fortgesetzt. In der Folge habe etwa die Arbeitslosigkeit saisonbereinigt in der Uhrenbranche zugenommen.

Und auch bei der Kurzarbeit zeigte sich die Abk├╝hlung der Weltwirtschaft zuletzt. So lag die Zahl der betroffenen Personen in den Monaten September, Oktober und November wieder ├╝ber 4000 – nachdem sie im August noch unter die 3000er-Marke gefallen war.

Neuere Zahlen liegen zwar noch nicht vor. Sch├Ąrli geht aber tendenziell von einem weiteren Anstieg aus. Betroffen sei vor allem die exportorientierte Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, welche die Konjunkturschw├Ąche in wichtigen Absatzm├Ąrkten sp├╝re. Laut Sch├Ąrli bewegt sich aber auch die Kurzarbeit nach wie vor auf einem tiefen Niveau.

Alles in allem geht Sch├Ąrli davon aus, dass sich die aktuellen Trends am Arbeitsmarkt im Jahresverlauf fortsetzen werden. Im Jahresdurchschnitt wird eine Arbeitslosenquote von 2,3 Prozent vorhergesagt, nachdem diese 2023 bei sehr tiefen 2,0 Prozent lag. F├╝r 2025 wird dann ein weiterer Anstieg auf 2,5 Prozent prognostiziert.

(text:sda /bild:keystone)