29 April 2024

Arbeiten am Gew├Ąsserrichtplan Simme gestartet

Grosse Hochwasserereignisse nehmen auf Grund der Klimaerw├Ąrmung zu, auch im Kanton Bern. 1999 und 2005 war das Berner Oberland von starken ├ťberschwemmungen betroffen. Die Sch├Ąden waren gross, auch weil im 20. Jahrhundert immer n├Ąher an die Gew├Ąsser gebaut worden ist. Seither traten im Oberland mehrmals weitere Hochwasser und neue Ph├Ąnomene wie spontane Ausbr├╝che des Gletschersees auf der Plaine Morte auf. Mit zahlreichen Wasserbauprojekten wurde auf die ├Ârtlichen Situationen reagiert. Um wasserbauliche Massnahmen und die vielf├Ąltigen Nutzungsbed├╝rfnisse in Flussn├Ąhe k├╝nftig besser aufeinander abstimmen zu k├Ânnen, erarbeitet der Kanton Bern f├╝r alle grossen Flusssysteme einen Gew├Ąsserrichtplan (GRP). K├╝rzlich haben die Planungsarbeiten f├╝r den Gew├Ąsserrichtplan Simme begonnen.

Der GRP leistet einen wichtigen Beitrag, damit sich grosse Hochwasserereignisse nicht mehr so katastrophal auswirken wie jenes von 2005 und k├╝nftige Sch├Ąden auf ein tragbares Mass reduziert werden k├Ânnen. Dabei werden k├╝nftige Entwicklungen auf Grund des Klimawandels ber├╝cksichtigt. Nebst dem Hochwasserschutz sind die die Abstimmung der zahlreichen Nutzungen und Anspr├╝che an die Simme und an das gew├Ąssernahe Umfeld, z.B. der Landwirtschaft, der Stromproduktion oder der Erholung und verbesserte, naturnahe Lebensr├Ąume f├╝r Pflanzen und Tiere wichtige Anliegen.

Die Simme ist rund 50 km lang. Damit die Anliegen der lokalen Bev├Âlkerung ausreichend in die Planung einfliessen k├Ânnen, wurde eine Begleitgruppe eingesetzt, in der die Gemeinden, wichtige Organisationen und die Betreiberinnen und -betreiber bedeutender Infrastrukturen Einsitz haben. Ein Fachausschuss mit Vertreterinnen und Vertretern der Schwellenkorporationen sowie den ├ämtern und Fachstellen von Bund und Kanton, bringt sein Fachwissen ein und sorgt daf├╝r, dass die ├╝bergeordneten Gesetze, aber auch die Erfahrung der lokalen, f├╝r die Gew├Ąsser Verantwortlichen Beachtung finden. Der GRP Simme wird voraussichtlich 2026 Gegenstand einer ├Âffentlichen Mitwirkung sein. Dann wird sich die Bev├Âlkerung zum Gew├Ąsserrichtplan ├Ąussern k├Ânnen.

Der Gew├Ąsserrichtplan Simme wird eine ┬źhohe Flugh├Âhe┬╗ aufweisen und somit nicht stark in die Details gehen. Auf einer Karte verortet der Kanton die notwendigen Massnahmen. In Massnahmenbl├Ąttern werden die Art der Massnahmen, ihre Zielsetzung, die Dringlichkeit, wichtige Rahmenbedingungen und die Zust├Ąndigkeit n├Ąher umschrieben. Als Richtplan wird der GRP Simme f├╝r die Beh├Ârden verbindlich sein, z.B. f├╝r die kantonalen Stellen, die Gemeinden und die Schwellenkorporationen. Der GRP wird ihnen als Richtschnur dienen, welche wasserbaulichen Massnahmen in den kommenden Jahrzehnten an der Simme in welcher Abfolge notwendig sind. Er hat aber keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Grundeigent├╝mer. Die Genehmigung erfolgt durch den Regierungsrat des Kantons Bern voraussichtlich Ende 2027.

(text:pd/bild:unsplash-symbolbild)