31 August 2021

Aquarienfische sterben wegen falscher Haltung – Kampagne des Bundes

Viele Aquarienfische sterben schon bald nach ihrem Kauf, und vielen Interessierten fehlt vor der Anschaffung eines Aquariums das notwendige Fachwissen. Diesem Missstand begegnet das Bundesamt f├╝r Lebensmittelsicherheit und Veterin├Ąrwesen (BLV) nun mit einer Kampagne.

Mit drei Millionen Exemplaren geh├Âren Aquarienfische zu den beliebtesten Heimtieren in Schweizer Haushalten, wie das BLV in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt. Denn mit ihren oft schillernden Farben seien sie ein Blickfang.

Dennoch: „Aquarienfische sind keine Deko-Objekte“, warnt das Bundesamt in einer Kampagne in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Tierschutz STS, fair-fish, der Fachstelle Fischwissen, dem Verband Zoologischer Fachgesch├Ąfte der Schweiz VZFS sowie dem Schweizerischen Dachverband der Aquarien- und Terrarienvereine SDAT.

„Wir gehen davon aus, dass ein betr├Ąchtlicher Teil der Spontank├Ąufer mit der Pflege eines Aquariums ├╝berfordert ist“, wird Kaspar J├Ârger, Abteilungsleiter Tierschutz beim BLV, in der Mitteilung zitiert. Viele der spontan gekauften Fische w├╝rden bereits in den ersten Monaten sterben. Bei richtiger Haltung k├Ânnten manche Arten jedoch weit ├╝ber zehn Jahre alt werden.

Aquarienfische sind laut BLV empfindsame Wesen, verf├╝gen ├╝ber soziale Intelligenz und sind lernf├Ąhig. Sie artgerecht zu halten, sei anspruchsvoll: Es brauche viel Wissen rund um artspezifische Bed├╝rfnisse, Wasserqualit├Ąt, Aquariengr├Âsse und -einrichtung, F├╝tterung und Vergesellschaftung.

Und es gebe hunderte unterschiedlicher Arten von Aquarienfischen. Wenn Fachwissen und Erfahrung fehlen, leiden die Tiere und sterben einen verfr├╝hten, grausamen Tod, warnt das BLV. Denn unerfahrene Fischhalter k├Ânnten das Leiden der Fische oft nur schwer erkennen.

Der Kauf von Aquarienfischen m├╝sse gut ├╝berlegt und geplant sein, von einem Spontanentscheid wird abgeraten. Vor dem Kauf sollen sich zuk├╝nftige Tierhalter umfassend ├╝ber die Anspr├╝che der gew├╝nschten Fische informieren. Das Aquarium sollte zudem m├Âglichst gross bemessen sein. Gemeinsam gehalten werden sollten nur Fische mit gleichen Anspr├╝chen an die Wasserqualit├Ąt und nie mehr als zwei oder drei Arten zusammen.

Wer seine Aquarienfische nicht mehr artgerecht halten k├Ânne oder wolle, solle sie in eine Fischauffangstation bringen, r├Ąt das Bundesamt in seiner Kampagne, etwa zu AquaLuz in Sursee. AquaLuz arbeitet mit dem Schweizer Tierschutz STS zusammen und hat im Jahr 2020 rund 17’000 Aquarienfische aufgenommen und gepflegt. F├╝r 11’000 Tiere konnten neue Halter gefunden werden.

Die Kampagne zur tiergerechten Haltung von Fischen und zu Aquarien verweist f├╝r weitere Informationen auf die Webseite www.aquarienfisch.ch und gibt Handlungsempfehlungen.

(text:sda/bild:unsplash)