25 Januar 2022

Anwalt von Vincenz verlangt im Raiffeisenprozess eine Verschiebung

Im Theatersaal des Z├╝rcher Volkshauses ist der Prozess rund um den ehemaligen Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz am Dienstagvormittag gestartet. Der Verteidiger von Vincenz hat zu Beginn gleich eine Verschiebung des ganzen Prozesses gefordert.

Einer der Mitbeschuldigten nimmt an den ersten Verhandlungstagen coronabedingt nicht teil. Dessen Befragung hat das Gericht auf den Verhandlungstag vom 9. M├Ąrz verschoben. Vincenz‘ Anwalt machte nun geltend, dass alle Beschuldigten vor dem Beginn der Pl├Ądoyers befragt werden m├╝ssten.

Der Verteidiger von Beat Stocker stellte sich hinter diesen Antrag. Ohne Verschiebung drohe eine Verzettelung der Hauptverhandlung. Er beantragte im Rahmen einer Vorfrage zudem, dass die Anklage zur ├ťberarbeitung an die Staatsanwaltschaft zur├╝ckgeschickt werden soll. Diverse Vorw├╝rfe seien verj├Ąhrt, in anderen fehlten Strafantr├Ąge.

Der Staatsanwalt sprach sich gegen eine Verschiebung der Verhandlung aus. Dies sei nicht notwendig, der abwesende Mitbeschuldigte habe sich im Rahmen der Untersuchung zu den Vorw├╝rfen ge├Ąussert.

Das Bezirksgericht Z├╝rich sammelt vorerst alle Vorfragen der Parteien. Dann wird es ├╝ber alle offenen Punkte – inklusive der beantragten Verschiebung – entscheiden. Erst danach wird es in die eigentliche Verhandlung einsteigen.

Bekannt ist bereits, dass die Verhandlung l├Ąnger dauern wird, als angenommen. Zus├Ątzlich zu den vier Verhandlungstagen in dieser Woche hat das Gericht die Parteien inzwischen an vier weiteren Terminen im M├Ąrz vorgeladen, wie der Richter zu Beginn bekannt gab.

Die Staatsanwaltschaft wirft Ex-Raiffeisenboss Pierin Vincenz und dessen Gesch├Ąftskollegen Beat Stocker unter anderem Betrug und ungetreue Gesch├Ąftsbesorgung vor.

Sie sollen unrechtm├Ąssige Gewinne in H├Âhe von 25 Millionen Franken eingestrichen haben. Dies einerseits durch Firmendeals, an denen sie sich gem├Ąss Staatsanwaltschaft verdeckt beteiligt hatten. Andererseits sollen sie private Auslagen – unter anderem Besuche in Stripclubs – auf Gesch├Ąftsspesen genommen haben.

F├╝nf Mitbeschuldigte sollen dazu in gewissen Punkten Beihilfe geleistet haben. Die Staatsanwaltschaft fordert f├╝r Vincenz und Stocker Freiheitsstrafen in H├Âhe von sechs Jahren.

(text:sda/bild:unsplash)