23 Dezember 2021

Anw├Ąlte von Julian Assange bereiten Berufung gegen Gerichtsurteil vor

Die Anw├Ąlte von Julian Assange haben die ersten Schritte f├╝r einen Einspruch gegen die Entscheidung eines britischen Gerichts ├╝ber die m├Âgliche Auslieferung des Wikileaks-Gr├╝nders in die USA unternommen. „Wir glauben, dass in diesem Antrag ernste und wichtige Rechtsfragen von breiterer ├Âffentlicher Bedeutung angesprochen werden“, hiess es in einem Statement der Verteidiger, ├╝ber das die Nachrichtenagentur PA am Donnerstag berichtete.

Ein Berufungsgericht in London hatte vor wenigen Wochen das Auslieferungsverbot f├╝r den Wikileaks-Gr├╝nder an die USA aufgehoben. Seine Verlobte Stella Moris und die Verteidiger hoffen nun, gr├╝nes Licht daf├╝r zu bekommen, dass der Fall vor dem Supreme Court – dem h├Âchsten britischen Gericht – weiter verhandelt wird. Eine Entscheidung wird fr├╝hestens im Januar erwartet.

Die US-Justiz will Assange wegen Spionagevorw├╝rfen den Prozess machen. Dem geb├╝rtigen Australier drohen dort bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft. Vorgeworfen wird ihm, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von US-Milit├Ąreins├Ątzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und ver├Âffentlicht zu haben. Er habe damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht. Seine Unterst├╝tzer sehen in ihm hingegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht brachte.

Einem fr├╝heren Urteil zufolge war die Auslieferung des 50-J├Ąhrigen unter Ber├╝cksichtigung seines psychischen und gesundheitlichen Zustands und die zu erwartenden Haftbedingungen in den USA untersagt worden. Washington hatte diese Entscheidung jedoch angefochten – und bekam Recht. Die von den USA in der Zwischenzeit gegebenen Zusicherungen seien ausreichend, um die Sorgen um Assanges Gesundheit auszur├Ąumen, sagte der Richter am Freitag. Der 50-J├Ąhrige sitzt seit mehr als zwei Jahren im Londoner Hochsicherheitsgef├Ąngnis Belmarsh.

(text:sda/bild:unsplash)