18 Oktober 2021

Antarktis-Kommission tagt: “Einmalige Chance f├╝r den Meeresschutz”

Klimaexperten in aller Welt fordern dringend die Ausweisung neuer Meeresschutzgebiete in der Ostantarktis, der Antarktischen Halbinsel und im artenreichen Weddellmeer. Die kommenden zwei Wochen k├Ânnten schon im Vorfeld des UN-Klimagipfels in Glasgow entscheidende Fortschritte bringen: Das Thema ist eines der zentralen Punkte der 40. Konferenz der Antarktis-Kommission CCAMLR, die an diesem Montag im australischen Hobart beginnt.

“Das Gebiet umfasst beinahe vier Millionen Quadratkilometer und damit ein Prozent der Weltmeere ÔÇô das entspricht ungef├Ąhr der Gr├Âsse der EU”, hiess es in einer Mitteilung der Deutschem Umwelthilfe (DUH) und weiterer Klimaschutzorganisationen. Es w├Ąre damit die gr├Âsste Meeresschutzmassnahme der Geschichte und “ein zentraler Hebel im Kampf gegen die globale Klimakrise”.

Deutschland komme bei den Verhandlungen eine besondere Rolle zu, weil die Bundesregierung schon vor Jahren den Vorschlag zum Schutz des Wedellmeeres eingebracht habe, dem eine breite Mehrheit der Mitgliedstaaten auch zustimme, so die DUH. Das Vorhaben wurde aber bisher immer von China und Russland blockiert.

“Das S├╝dpolarmeer in der Antarktis ist ein lebenswichtiges ├ľkosystem und spielt eine entscheidende Rolle zur Einhaltung des 1,5-Grad-Limits. Es erw├Ąrmt sich jedoch mit einer beispiellosen Geschwindigkeit und steuert aktuell auf einen ├Âkologischen Kipppunkt zu”, warnte DUH-Gesch├Ąftsf├╝hrer Sascha M├╝ller-Kraenner. Die Bundesregierung m├╝sse alles daransetzen, damit die Schutzgebiete in Hobart realisiert w├╝rden. Es handele sich um eine “einmalige Chance f├╝r den Meeresschutz”.

Zum Start der zw├Âlft├Ągigen Konferenz warnten auch zahlreiche f├╝hrende Wissenschaftler, dass die Ozeane, die die Menschheit bisher vor dem vollen Ausmass des Klimawandels gesch├╝tzt h├Ątten, immer h├Ąufiger unter Meereshitzewellen und Versauerung litten – mit gravierenden Konsequenzen f├╝r die marinen ├ľkosysteme. Es bestehe die Gefahr f├╝r “massive Umw├Ąlzungen und destruktive Folgen f├╝r die Natur in der Arktis und Antarktis”, hiess es in einem Brief der Klimaforscher an die CCAMLR. Dies habe auch erhebliche Auswirkungen auf die Menschen und wichtige Industrien wie Fischerei und Tourismus.

Die CCAMLR tagt bis zum 29. Oktober. Das “├ťbereinkommen ├╝ber die Erhaltung der lebenden Meeressch├Ątze der Antarktis” wurde 1980 ins Leben gerufen. Der Kommission geh├Âren 25 Staaten und die EU an.

(text:sda/bild:unsplash)