6 August 2023

Angestellte fehlten 2022 am Arbeitsplatz so oft wie noch nie

In der Schweiz sind Vollzeitarbeitnehmende aufgrund von Krankheit oder Unfall im vergangenen Jahr durchschnittlich 9,3 Tage ausgefallen – also fast zwei Wochen. Das entsprach einem neuen H├Âchstwert.

Zwischen 2010 und 2019 lag die Anzahl der j├Ąhrlichen Absenzen jeweils zwischen 6,2 und 7,2 Tagen, wie „Sonntagsblick“ und „Sonntagszeitung“ berichteten. Die Zahlen des Bundesamts f├╝r Statistik (BFS) waren im Mai ver├Âffentlicht worden.

Im Vergleich zu den Pandemie-Jahren 2020 und 2021 betrug der Anstieg 20 Prozent, gegen├╝ber der Vor-Pandemie-Zeit 34 Prozent. In den Corona-Jahren 2020 (8,1 Absenztage) und 2021 (7,5) wurden im Rahmen der Arbeitskr├Ąfteerhebung also deutlich weniger Ausf├Ąlle notiert, als im letzten Jahr.

Die Zunahme zeigt sich ├╝ber alle Schichten und Branchen hinweg. So fehlten M├Ąnner im Jahr 2019 im Durchschnitt 6,8 Tage und Frauen 8,0 Tage wegen Krankheit an der Arbeit. Im Vergleich dazu stiegen die Absenzen im letzten Jahr bei den M├Ąnnern auf 8,9 Tage und bei den Frauen auf 10,2 Tage.

Ebenfalls oft fehlte die j├╝ngste Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren mit 10,4 Tagen pro Jahr. Das bedeutete ein Anstieg von 60 Prozent im Vergleich zu 2019. Auch bei den 25- bis 34-J├Ąhrigen nahmen die Absenzen um fast 50 Prozent auf 9,2 Tage zu.

Bei den 45- bis 54-J├Ąhrigen stiegen die Krankheitstage dagegen „nur“ durchschnittlich um rund 30 Prozent auf 8,9. Und bei den 55- bis 64-j├Ąhrigen gingen sie in diesem Zeitraum gar leicht von 10,2 auf 9,6 Tage zur├╝ck.

Am wenigsten krankheitsbedingte Absenzen weisen demnach F├╝hrungskr├Ąfte auf. Aber auch da nahmen die Fehltage zu, von 4,3 Tagen im Jahr 2019 auf 6,7 Tage im letzten Jahr. Das Gleiche gilt f├╝r die Information- und Kommunikationsbranche: Dort betrug die Zunahme der Absenzen fast 65 Prozent, von 4,8 Tagen im Jahr 2019 auf 7,9 Tagen im letzten Jahr, Langzeitabsenzen von mehr als sechs Monaten nicht inbegriffen.

Die h├Âchsten krankheitsbedingten Absenzen gibt es bei den handwerklichen und Dienstleistungsberufen: Im Baugewerbe fehlten Mitarbeitende im letzten Jahr an 10,6 Tagen. 2019 waren es noch 8 Tage gewesen. Im Gastgewerbe stiegen die Absenzen-Tage von 7,1 auf 9,5 und im Gesundheits- und Sozialwesen von 8,3 auf 10,3 Tage.

Gr├╝nde f├╝r die H├Ąufung der Absenzen ermittelte das BFS nicht. Versicherungen gehen laut den Zeitungen teils davon aus, dass sich die Einstellung zum Kranksein mit der Covid-Pandemie ver├Ąndert habe.

(text&bild: keystone-sda)