25 April 2023

Amtliche Neubewertungen: Kanton Bern soll Luzerner Modell adaptieren

Der Regierungsrat und die Finanzkommission des Grossen Rates haben von den Arbeiten der Steuerverwaltung f├╝r eine Neugestaltung der amtlichen Bewertung Kenntnis genommen. Geplant ist eine Vereinfachung des Systems nach dem Vorbild des Kantons Luzern. Die Steuerverwaltung wird in einem n├Ąchsten Schritt mit den Projektarbeiten beginnen. Finanzdirektorin Astrid B├Ąrtschi misst dem Projekt grosse Bedeutung zu. Die erste Neubewertung nach den neuen Regeln ist fr├╝hestens in den Jahren 2028 oder 2029 zu erwarten.

Die ┬źAllgemeine Neubewertung 2020┬╗ hat gezeigt, dass das bisherige System als zu komplex erachtet wird. Auch als Folge ├╝berwiesener Vorst├Âsse des Grossen Rates hat die Steuerverwaltung das Projekt ┬źNeue Amtliche Bewertung┬╗ (┬źNew AB┬╗) gestartet und dabei Anforderungen an eine einfachere und b├╝rgerfreundlichere Bewertung der Liegenschaften entwickelt. Dazu z├Ąhlen die Nachvollziehbarkeit f├╝r B├╝rgerinnen und B├╝rger, die Korrektheit der Bewertung, die Wirtschaftlichkeit und die Praktikabilit├Ąt in der Anwendung.

Nach einer umfassenden Analyse der Bewertungsmethoden in den anderen Kantonen hat die Steuerverwaltung drei Modelle in die engere Wahl genommen. Dabei zeigte sich, dass das Modell des Kantons Luzern die gestellten Anforderungen am besten erf├╝llt, da hier die Bewertungen in vielen F├Ąllen aufgrund vorhandener Informationen (insbesondere Geb├Ąudeversicherungswerte und Landwerte) vorgenommen werden k├Ânnen. Das Luzerner Modell, welches sich seinerseits an erprobten Modellen in anderen Kantonen orientiert, ist einfach nachvollziehbar, und die Bewertungen d├╝rften in hohem Mass korrekt sein. Sind die n├Âtigen digitalen Schnittstellen einmal gebaut, sollten auch die Wirtschaftlichkeit und die Praktikabilit├Ąt deutlich besser ausfallen als heute. Indem beim Verfahren zur Festsetzung der amtlichen Werte zu einem System mit regelm├Ąssigen Aktualisierungen gewechselt wird, kann die Akzeptanz der Bewertung erh├Âht werden.

Andere gepr├╝fte Modelle hat die Steuerverwaltung verworfen. Eine blosse Optimierung der aktuellen Bewertungsregeln f├╝hrt nicht zur gew├╝nschten Vereinfachung, und die k├╝nftigen Bewertungen w├Ąren wohl zu wenig genau. Ebenfalls nicht weiter in Betracht gezogen wird ein Modell, welches die Bewertung weitgehend den steuerpflichtigen Personen ├╝berl├Ąsst. Die daraus resultierenden Aufwendungen f├╝r die Betroffenen und die zu erwartenden R├╝ckfragen lassen dieses Modell als zu wenig wirtschaftlich erscheinen.

Der Regierungsrat und die Finanzkommission haben vom vorgesehenen Methodenwechsel nach dem Vorbild des Kantons Luzern Kenntnis genommen, so dass die Steuerverwaltung in einem n├Ąchsten Schritt eine externe Projektleitung mit der Erarbeitung der Konzeptphase beauftragen kann. Finanzdirektorin Astrid B├Ąrtschi ist es ein wichtiges Anliegen, dass dieses Projekt rasch vorangetrieben wird.

Regierungsrat und Finanzkommission werden voraussichtlich im 1. Quartal 2024 erneut konsultiert, bevor das ordentliche Gesetzgebungsverfahren gestartet wird. Die Umsetzung des neuen Systems ist mit einer Revision des Steuergesetzes per 1. Januar 2027 geplant. Eine erste allgemeine Neubewertung nach neuem Recht k├Ânnte sodann fr├╝hestens per Steuerjahr 2028 oder 2029 erfolgen.

(text:pd/bild:beo)