20 Dezember 2023

Am Freitag wird im Fall T├Âtungsdelikt Gunten entschieden

Lebenslange Freiheitsstrafe oder Freispruch: das Regionalgericht in Thun muss im Fall eines T├Âtungsdelikts an einer jungen Baselbieterin ein nicht einfaches Urteil f├Ąllen. Die Frau wurde im Januar 2021 von einem ehemaligen Sex-Partner get├Âtet und die Leiche im Thunersee versenkt.

Die Staatsanw├Ąltin forderte das Gericht auf, den Mann wegen Mordes, St├Ârung des Totenfriedens, Pornographie und Gewaltdarstellungen zu einer lebenslangen Strafe zu verurteilen. Ausserdem sei eine ambulante therapeutische Massnahme im Strafvollzug angezeigt. Stelle sich der Angeklagte keiner Therapie, stehe die Frage einer Verwahrung im Raum.

Der Verteidiger des Angeklagten forderte das Gericht auf, dem Grundsatz „im Zweifel f├╝r den Angeklagten“ nachzuleben. Es gebe „erhebliche Zweifel“ an den Ausf├╝hrungen der Staatsanwaltschaft. Ausserdem fehle auch eine Tatwaffe. Keiner der beim Angeklagten gefundenen H├Ąmmer k├Ânnten mit dem Verletzungsbild vollst├Ąndig in Einklang gebracht werden, argumentierte der Verteidiger.

Sein Mandant sei vom Vorwurf des Mordes freizusprechen, forderte der Verteidiger. Zu verurteilen sei er wegen St├Ârung des Totenfriedens, Pornographie und Gewaltdarstellungen. Weil der Angeklagte aber schon l├Ąnger in Haft ist als diese Strafe ausfallen w├╝rde, sei er unverz├╝glich in Freiheit zu entlassen und f├╝r die sogenannte ├ťberhaft zu entsch├Ądigen. Das Urteil f├Ąllt das Gericht am Freitagnachmittag.

(text:sda/bild:cl├╝)