2 Mai 2022

Am Stockhorn entsteht eine neue Steinwildkolonie

Am Stockhorn in der NÀhe von Thun  sind in der vergangenen Woche zwei Steingeissen und ein junger Steinbock ausgesetzt worden. Sie sind die ersten Tiere einer neuen Steinwildkolonie, welche in den nÀchsten Jahren aufgebaut werden soll.

Hinter der Idee stehen der Verein „Freunde des Stockhorns“ und die Stockhornbahnen, wie die Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des Kantons Bern am Montag mitteilte. Diese beiden Organisationen wollen mit der Steinwildkolonie die AttraktivitĂ€t des Ausflugsbergs erhöhen.

Der Kanton Bern unterstĂŒtzt das Vorhaben laut seiner Mitteilung, weil eine neue Kolonie die regionale Artenvielfalt verstĂ€rkt. Auch verbessere sich die genetische Basis des Steinwilds im Kanton Bern. Der Bund bewilligte Anfang Februar die neue Kolonie.

In einer ersten Phase sollen 30 Tiere aus den bestehenden Kolonien der Gebiete Aletsch-Sonnenberge-Lötschental VS, Brienzergrat BE und Schwarzmönch BE umgesiedelt werden. Diese erste Phase dauert drei Jahre lang.

In einer zweiten Phase sollen wenn möglich Steinböcke aus Frankreich oder Italien die genetische Basis der neuen Kolonie verbreitern. Experten glauben, dass sich das Stockhorngebiet fĂŒr eine Kolonie von bis zu 120 Tieren eignet.

Nach einer positiven VorprĂŒfung des Projekts durch den Bund erhielten im Herbst 2019 alle Grund- und WaldeigentĂŒmer Gelegenheit, sich zum Konzept zu Ă€ussern. Nach ErgĂ€nzungen und Anpassungen stimmten sie zu.

Der bernische Jagdinspektor Niklaus Blatter glaubt laut der Mitteilung an die VertrÀglichkeit des Tourismus am Stockhorn mit der neuen Steinwildkolonie: Die dortige Bergbahn habe sich dem sanften Tourismus verschrieben. Seit Sommer 2021 gelte im Gebiet ein Camping-, Biwakier- und Feuerverbot.

Die aktuellen Skitourenrouten lĂ€gen ausserhalb der WintereinstĂ€nde der Steinböcke. Im Kanton Bern gibt es derzeit ĂŒber 1200 Steinböcke und Steingeissen.

(text:sda/bild:sdsa)