14 Juli 2022

Alpe d’Huez – der berĂŒhmteste Berg der Tour

Zum ersten Mal seit 2018 fĂŒhrt die Tour de France am Donnerstag wieder ins Radsport-Mekka Alpe d’Huez. Der “mythische Berg” ist das Dessert einer monströsen Königsetappe mit ĂŒber 4500 Höhenmetern.

Fast 14 steile Kilometer, 21 legendĂ€re Serpentinen, mehrere Hunderttausend euphorische Fans: Mit der Bergankunft in Alpe d’Huez erreicht die 109. Tour de France am Donnerstag ihren Siedepunkt. Zum ersten Mal seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie steht die Wintersport-Station in den Alpen wieder auf dem Streckenplan – und die Franzosen hoffen an ihrem Nationalfeiertag, dem 14. Juli, auf einen Heimsieg am berĂŒhmtesten Berg der Tour.

Die Namen der 30 Etappensieger sind in den 21 rĂŒcklaufend nummerierten Kehren auf Tafeln verewigt. Weil es irgendwann mehr Sieger als Kurven gab, tragen einige zwei Namen. In Kurve 14 steht auch der Name von Beat Breu, der 1982 bisher als einziger Schweizer zuerst im Ziel auf 1850 m ankam. Zuletzt siegte der Waliser Geraint Thomas dort 2018 – und am Ende auch die Tour.

Der erste Sieger auf dem im Schnitt 8,1 Prozent steilen Anstieg war der Italiener Fausto Coppi. Es war 1952 zugleich die erste Bergankunft in der Geschichte der Tour de France. Es sollte allerdings bis 1976 dauern, ehe die Rundfahrt wieder nach Alpe d’Huez kam. 2013 wurde der Anstieg bei der 100. Ausgabe der Grande Boucle sogar zweimal gefahren.

Der legendÀre Pirat des Pelotons hÀlt nicht nur den Rekord mit 36:50 Minuten, die er 1995 nur benötigte. Nein, Marco Pantani ist gleich die drei schnellsten Zeiten gefahren. 1994 benötigte der zehn Jahre spÀter verstorbene Italiener 37:15 Minuten und 1997 waren es 36:54.

In den Siebziger- und Achtziger-Jahren gewann nicht weniger als achtmal ein NiederlĂ€nder die Etappe mit Ziel auf der Alpe d’Huez – das ist Rekord. Seit dieser Zeit ist die Bergstation auch als “Berg der NiederlĂ€nder” bekannt. Nur fĂŒr das Fussball-Nationalteam reisen mehr NiederlĂ€nder an einen Sportanlass im Ausland. In Kurve 7, auch bekannt als “Dutch Corner”, schlagen die Oranje-Fans jeweils ihre Zelte auf und sorgen fĂŒr mĂ€chtig Stimmung. Seit 1989 und dem Triumph von Gert-Jan Theunisse sind die NiederlĂ€nder an der L’Alpe d’Huez allerdings sieglos.

(text:sda/bild:unsplash)