7 August 2023

Alle Arten von Medikamenten in der Schweiz von Knappheit betroffen

Der Medikamenten-Mangel spitzt sich zu: Alle Arten von Medikamenten sind in der Schweiz mittlerweile von Knappheit betroffen. Pharmasuisse-PrÀsidentin Martine Ruggli-Ducrot fordert schnelles Handeln.

Das Problem liegt in der Lieferkette: “Die LĂ€nder, von denen die Schweiz bei bestimmten Substanzen abhĂ€ngig ist, haben aufgrund der Covid-19-Pandemie und der stark gestiegenen Produktionskosten ihre Exporte verringert, manchmal sogar gestoppt”, sagte Ruggli-Ducrot in einem am Montag veröffentlichten Interview mit “Le Temps”. “Ob Antidiabetika, Mittel gegen Bluthochdruck, Opioide oder auch Antibiotika”, alle Medikamenten-Arten seien betroffen.

Es gebe auch ein Problem mit Verpackungsmaterialien, wie etwa Glasflaschen, die hauptsĂ€chlich in der Ukraine produziert wĂŒrden, so Ruggli-Ducrot weiter. “Zudem verzichten einige Schweizer Unternehmen manchmal auf die Vermarktung von Medikamenten, deren Herstellung fĂŒr sie zu teuer geworden ist.”

Die Pharmasuisse-PrĂ€sidentin fordert eine Zusammenarbeit mit der EuropĂ€ischen Union: “Es ist unerlĂ€sslich, die kontinentale Produktion zu diversifizieren, damit Europa bei Problemen in den Lieferketten unabhĂ€ngiger wird.” Benötigte Wirkstoffe wĂŒrden hĂ€ufig in Asien produziert. “Es ist diese hohe Konzentration, die das gesamte System verwundbar macht”, so Ruggli-Ducrot.

(text:sda/bild:unsplash)