10 Oktober 2022

Airbnb und Co. dominieren Buchungen von Schweizer Ferienwohnungen

Schweizer Ferienwohnungen werden zu einem grossen Teil ├╝ber Plattformen wie Airbnb, Booking.com, Expedia und Tripadvisor gemietet. Das zeigen neue Statistiken.

Im vergangenen Jahr wurden 6,3 Millionen ├ťbernachtungen in Schweizer Ferienunterk├╝nften ├╝ber Online-Buchungsplattformen gebucht, wie eine experimentelle Statistik des europ├Ąischen Statistikamts Eurostat zeigt. Das w├Ąren 84 Prozent aller Logiern├Ąchte in Ferienunterk├╝nften, die das Schweizer Bundesamt f├╝r Statistik BFS 2021 gez├Ąhlt hat. Im Gegensatz zu den Eurostat-Daten sind in der BFS-Statistik keine Daten zu Ferienh├Ąusern, -wohnungen und Zimmern in ansonsten privat genutzten Geb├Ąuden erfasst.

Auch sonst k├Ânnen die beiden Statistiken nicht direkt miteinander verglichen werden. So erhebt das BFS die Logiern├Ąchte ├╝ber Befragungen bei kommerziell bewirtschafteten Ferienwohnungen. Dagegen basieren die Eurostat-Statistiken auf Buchungsdaten, die die vier grossen internationalen Plattformen Airbnb, Booking, Expedia und Tripadvisor ├╝bermitteln.

Davon profitiere auch die Schweiz, schreibt das BFS in einer Mitteilung vom Montag. Das Bundesamt publiziert die Daten auf seiner Webseite. Allerdings gebe es keinen Anspruch auf Vollst├Ąndigkeit, betont das BFS.

Die Daten zeigen: Besonders ausl├Ąndische Touristen buchen offenbar gerne ├╝ber einen Online-Vermittler. Kein Wunder also, hat das Gesch├Ąft mit Vermietungen ├╝ber Airbnb und Co. im Zuge der Coronakrise besonders stark gelitten: 2020 brachen die Logiern├Ąchte gem├Ąss Eurostat um knapp 18 Prozent ein. Das war vor allem auf die ausl├Ąndischen G├Ąste zur├╝ckzuf├╝hren, die gerade einmal noch halb so viele Logiern├Ąchte buchten. Bei den kommerziell genutzten Ferienwohnungen dagegen kompensierten die Inl├Ąnder die ausbleibenden Auslandsbuchungen, im Total ermittelte das BFS gerade einmal ein Minus von 1,3 Prozent.

Dank einem starken Wachstum auch im Inland hat sich das Gesch├Ąft der Buchungsplattformen aber auch schnell wieder erholt: 2021 legten die ├ťbernachtungszahlen ├╝ber Airbnb und Co. insgesamt um ├╝ber einen F├╝nftel zu und erreichten damit beinahe schon wieder das Vorkrisen-Niveau von 2019. Die vom BFS befragten Ferienunterk├╝nfte legten um 5,5 Prozent zu und konnte damit die 2019er-Zahlen bereits ├╝berfl├╝geln.

Zuletzt schienen allerdings die Buchungsplattformen die Nase wieder vorne zu haben: W├Ąhrend gem├Ąss den neuesten Zahlen zum zweiten Quartal 2022 die Buchungen der kommerziellen Ferienunterk├╝nfte gegen├╝ber dem Vorjahresquartal um 6 Prozent zur├╝ckgingen, legten die Vermietungen ├╝ber Buchungsplattformen um rund ein F├╝nftel zu.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)