29 November 2022

Air-Glaciers und Air Zermatt teilen sich Luftrettung weiterhin auf

F├╝r die Luftrettung bleiben im Wallis die Helikopter-Unternehmen Air Glaciers und Air Zermatt zust├Ąndig. Die Rega hat kein Mandat erhalten. Dies gab die Kantonale Walliser Rettungsorganisation (KWRO) am Dienstag an einer Medienkonferenz in Sitten bekannt.

Das Dossier der Rega wurde von der KWRO abgelehnt, weil die Aufnahme einer weiteren Gesellschaft keinen Mehrwert f├╝r die Patienten gebracht und das Dispositiv komplexer gemacht h├Ątte, was die Sicherheit, die Qualit├Ąt und den administrativen Aufwand betrifft.

Die Rega decke mit der Bereitstellung eines einzigen Helikopters „nur teilweise den Bedarf“, w├Ąhrend die Aufteilung mit den beiden bestehenden Gesellschaften „eine befriedigende, effiziente und rationelle Abdeckung“ des Bedarfs f├╝r den gesamten Kanton biete.

Eine Vervielfachung der Beteiligten h├Ątte laut KWRO zur Folge gehabt, dass die 144-Zentrale Management- und ├ťberwachungsprozesse h├Ątte einf├╝hren m├╝ssen, um in jedem einzelnen Fall zu bestimmen, wer mit den Eins├Ątzen betraut werden sollte, um eine gerechte Verteilung der Eins├Ątze zu gew├Ąhrleisten. Diese zus├Ątzliche Belastung h├Ątte eine Komplikation ohne Mehrwert f├╝r den Patienten dargestellt und zus├Ątzliche Kosten verursacht, die im Widerspruch zum Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und der operationellen Effizienz gestanden h├Ątten.

Der Verwaltungsrat der KWRO hat aus diesen Gr├╝nden einstimmig beschlossen, die Leistungsmandate per 1. Mai 2023 an die Firmen Air Zermatt und Air Glaciers zu vergeben. Er zeigt sich ├╝berzeugt, dass seine Entscheidung, die bestehende Organisation zu st├Ąrken und sie gleichzeitig an die aktuellen Anforderungen anzupassen, dem Hauptanliegen der Qualit├Ąt, Effizienz und Sicherheit der Patientenversorgung in vollem Umfang gerecht wird.

Das Walliser Helikopter-Rettungsdispositiv war bislang bereits Sache der Air-Glaciers und der Air Zermatt. Im September 2020 hiess das Bundesgericht jedoch eine Beschwerde der Gesellschaft H├ęli-Alpes gut und wies den Kanton an, eine Ausschreibung f├╝r die Vergabe der Bewilligungen zur Durchf├╝hrung von Rettungsfl├╝gen zu organisieren.

Air Glaciers und Air Zermatt nahmen den Entscheid mit grosser Befriedigung zur Kenntnis. Der Zuschlag erlaube es den beiden Unternehmen, ohne schmerzlichen Schrumpfprozess weiterzufliegen. Air Zematt wird weiterhin f├╝r die Luftrettung im Oberwallis zust├Ąndig sein, w├Ąhrend Air Glaciers das Unterwallis abdeckt.

Vor zwei Jahren hatten sich die beiden Gesellschaften zusammengeschlossen. „Der Entscheid der KWRO ist f├╝r uns ein klares Zeichen, dass wir in den letzten Jahrzehnten den richtigen Weg gegangen sind. Dank diesem Entscheid darf das Wallis weiterhin auf die hochstehende Qualit├Ąt des Rettungsdiensts der beiden Flugunternehmen sowie auf die grosse Erfahrung und das Know-how unserer Piloten z├Ąhlen“, wurde Philipp Perren, Verwaltungsratspr├Ąsident der Air Zermatt AG und Air-Glaciers SA, in einer Mitteilung zitiert.

Der Entscheid zugunsten der beiden Walliser Flugunternehmen bedeute auch, dass im Wallis wie bis anhin alle Rettungsmittel – vom Lawinenhund, ├╝ber den Bergf├╝hrer und den Notarzt bis zu den Ambulanzen und den Helikoptern – aus einer Hand durch die KWRO disponiert w├╝rden. Dies sei das einzig richtige System, denn jede zus├Ątzliche Zentrale w├╝rde Zeit kosten und zu Lasten des Patienten gehen.

Das Luftrettungsdispositiv des Kantons Wallis sieht in der sogenannten Top-Saison im Oberwallis wie im Unterwallis je drei Rettungshelikopter vor. Effektiv stehen bei der Air Zermatt und bei Air-Glaciers zu Spitzenzeiten in beiden Kantonsteilen regelm├Ąssig je f├╝nf bis sogar sechs Maschinen, total also ├╝ber zehn Maschinen, im Einsatz. Das Wallis verf├╝ge somit in jedem Kantonsteil ├╝ber weit mehr Helikopter als der gesamte, deutlich gr├Âssere Kanton Graub├╝nden. Die Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) hatte im Dezember 2021 in Zusammenarbeit mit H├ęli-Alpes einen Rettungshelikopter in Sitten stationiert.

Die Rega ist in den meisten Regionen der Schweiz f├╝r die Luftrettung zust├Ąndig. Das Unternehmen, welches j├Ąhrlich 12’000 Patientinnen und Patienten an Bord ihrer Rettungshelikopter.

(text:sda/bild:unsplash)