6 Juni 2023

Afghane leugnet erneut T├Âtung von Teenagerin am Neuenburgersee

Ein Mann, der wegen der Ermordung eines afghanischen Teenagers Ende 2019 in Yverdon verurteilt worden war, hat die Tat vor dem Waadtl├Ąnder Kantonsgericht am Dienstag erneut geleugnet. Dessen Anwalt versuchte, neue Elemente in den Fall einzubringen. Das Urteil wird den Parteien in den kommenden f├╝nf Tagen zugestellt.

Der 22-j├Ąhrige afghanische Angeklagte hatte im vergangenen Dezember vor dem Kriminalgericht des Bezirks Broye und Nord-Waadt ein fr├╝heres Gest├Ąndnis widerrufen und seine Unschuld beteuert.

In erster Instanz hatte der Angeklagte eine 20-j├Ąhrige Haftstrafe in Verbindung mit einer ordentlichen Verwahrung erhalten. Die Richter hatten ihre „absolute ├ťberzeugung“ zum Ausdruck gebracht, dass er am Tod des 17-j├Ąhrigen M├Ądchens, mit dem er eine Beziehung hatte, beteiligt war.

Das Opfer war mit Schn├╝rsenkeln erdrosselt und seine Leiche im Schilf am Ufer des Neuenburgersees versteckt worden. Laut der Rechtsmedizin wurde die DNA des jungen Mannes an diesen Schn├╝rsenkeln gefunden.

Der Anwalt des Angeklagten forderte am Dienstag, dass neue Vernehmungen und Gutachten durchgef├╝hrt werden, insbesondere ├╝ber die an den Schn├╝rsenkeln gefundene DNA und die Rolle des Vaters des Opfers.

Das Gericht lehnte es jedoch ab, dem Fall neue Elemente hinzuzuf├╝gen, und folgte damit der Meinung der Staatsanwaltschaft und der Anw├Ąltin der Familie des Opfers.

Die Staatsanw├Ąltin zerlegte die Argumente der Verteidigung. Es gebe nicht einen Beweis, sondern einen Berg von Beweisen, betonte sie. Dass das Opfer den Angeklagten verlassen wollte, sei das Motiv f├╝r das Verbrechen gewesen. Sie forderte das Gericht auf, dem Urteil der ersten Instanz zu folgen.

F├╝r die Richter bestand schon erstinstanzlich kein Zweifel an der Schuld des Angeklagten, da die zahlreichen Indizien wie sein anf├Ąngliches Gest├Ąndnis, die DNA-Spuren an den Schn├╝rsenkeln, die Telefonaufzeichnungen und die Aussage einer Spazierg├Ąngerin als sehr stichhaltig angesehen wurden.

Der Verurteilte sitzt derzeit im Gef├Ąngnis La Crois├ęe in Orbe im Kanton Waadt. Er hat bereits rund drei Jahre in Untersuchungshaft verbracht.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)