11 Mai 2023

Affenpocken sind kein internationaler Gesundheitsnotstand mehr

Der Ausbruch der Viruskrankheit Affenpocken in mehr als 100 LĂ€ndern ist kein internationaler Gesundheitsnotstand mehr. Weil die gemeldeten Fallzahlen weltweit deutlich zurĂŒckgegangen sind, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den im Juli 2022 verhĂ€ngten Notstand am Donnerstag aufgehoben.

Der Notstand ist die höchste Alarmstufe, die die WHO verhÀngen kann. Sie macht Regierungen damit auf Bedrohungen aufmerksam. Welche Schutzmassnahmen die LÀnder einleiten, entscheiden Regierungen selbst. Deshalb hat die Aufhebung auch keine direkten Folgen. Erst vergangenen Freitag hatte die WHO den Gesundheitsnotstand wegen der Corona-Pandemie nach mehr als drei Jahren aufgehoben.

Mpox – wie die WHO die Krankheit seit einigen Monaten nennt – waren bis Anfang 2022 praktisch nur aus einigen afrikanischen LĂ€ndern bekannt. Im FrĂŒhjahr entdeckten Ärztinnen und Ärzte dann plötzlich zahlreiche FĂ€lle in anderen LĂ€ndern. Die Ausbreitung von Mpox so kurz nach der Corona-Pandemie fĂŒhrte zu grossen BefĂŒrchtungen ĂŒber eine neue weltweite Gesundheitsbedrohung. Seit dem Sommer sind die Zahlen aber deutlich gesunken.

Insgesamt wurden der WHO seit Anfang 2022 und bis 9. Mai 2023 gut 87 000 FĂ€lle von Mpox-Infektionen sowie 140 TodesfĂ€lle aus 111 LĂ€ndern gemeldet. Weil es vielerorts wenig Testmöglichkeiten gibt und nicht alle Betroffenen sich melden, dĂŒrfte die weltweite Verbreitung nach Überzeugung von Fachleuten schon frĂŒher begonnen haben. Auch die wahre Zahl der Infektionen dĂŒrfte ihrer Ansicht nach höher liegen.

Die Krankheit wird durch das Affenpockenvirus ausgelöst. Das auffĂ€lligste Symptom sind BlĂ€schen und Pusteln auf der Haut, darunter in der Genital- und Analregion. Mpox wird durch engen Körperkontakt ĂŒbertragen. Überwiegend betroffen waren nach Angaben der WHO MĂ€nner, die Sex mit MĂ€nnern haben. Es gibt eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung.

Die WHO hat seit 2005 sieben Mal einen Gesundheitsnotstand verhĂ€ngt. Er heisst korrekt „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ (PHEIC – Public Health Emergency of International Concern). Der lĂ€ngste gilt fĂŒr Polio (KinderlĂ€hmung) und besteht seit 2014, der zweitlĂ€ngste war der Corona-Notstand. Er wurde am 5. Mai 2023 aufgehoben. Alarm gab die WHO auch wegen des Influenza-A-Virus H1N1 (2009-2010), wegen Ebola in Westafrika (2014-2016), Zika (2016) und Ebola in der Demokratischen Republik Kongo (2019-2020).

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)