18 Juli 2022

Affenpocken-Ansteckungen werden meldepflichtig

Affenpocken-Ansteckungen sind ab Mittwoch meldepflichtig. Diese Entscheidung wird vor dem Hintergrund der zunehmenden Infektionen in Europa und Nordamerika getroffen, wie es am Montag im Bulletin des Bundesamtes fĂŒr Gesundheit (BAG) heisst.

Mit der Meldepflicht hofft das BAG, die LĂŒcken in den wissenschaftlichen Erkenntnissen, insbesondere ĂŒber den Übertragungsweg des Affenpocken-Virus, zu schliessen. Und auch, mögliche Übertragungen in der Schweiz frĂŒhzeitig erkennen und bekĂ€mpfen zu können.

Meldepflichtige Ärzte und Institutionen mĂŒssen Angaben zur Klinik (Beschwerdebild), zur Exposition (z. B. Reisen in die betroffenen Regionen) und zum Übertragungsweg (enger Kontakt mit kranken Tieren oder Personen) machen. Die Meldung mĂŒsse innerhalb von 24 Stunden erfolgen, damit betroffene Kantone die Umgebungsuntersuchung und personenbezogenen Massnahmen zur EindĂ€mmung der Übertragung umsetzen können, heisst es im BAG-Bulletin.

Bis vergangenen Freitag wurden in der Schweiz 198 laborbestÀtigte FÀlle seit dem 21. Mai 2022 registriert. Insgesamt sind weltweit mehrere Tausend FÀlle bekannt.

Beim Affenpocken-Virus handelt es sich um einen weniger gefÀhrlichen Verwandten der seit etwa vierzig Jahren ausgerotteten Pocken. Die Krankheit beginnt mit hohem Fieber und entwickelt sich schnell zu einem Hautausschlag mit Krustenbildung.

Das Virus wird von Tieren, vermutlich von Nagetieren, auf den Menschen ĂŒbertragen. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich, dies bei direktem Hautkontakt oder dem Austausch von grösseren Speicheltropfen.

Es gibt einen Impfstoff, aber die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt derzeit keine Massenkampagne in den verschiedenen LÀndern. Die Schutzwirkung einer Impfung wird laut BAG auf etwa 85 Prozent geschÀtzt. Einige Daten deuten darauf hin, dass der Schutz vor schweren Formen der Krankheit Jahrzehnte anhÀlt, der Schutz vor Ansteckung jedoch mit der Zeit abnimmt.

(text:sda/bild:pexels)