19 Mai 2022

Ärztekammer stimmt SAMW-Richtlinien zu Sterbebegleitung zu

Die ├ärztekammer hat den ├╝berarbeiteten Richtlinien der Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) zur Unterst├╝tzung Sterbewilliger zugestimmt. Im Jahr 2018 wurden sie noch abgelehnt, weil sie aus Sicht der ├ärzteschaft zu Rechtsunsicherheit gef├╝hrt h├Ątten.

Die entsprechenden Angaben zur ├Ąrztlich assistierten Suizidbeihilfe seien nun pr├Ązisiert worden, teilte der ├ärzteverband FMH am Donnerstag mit. Sowohl die FMH als auch die SAMW seien ├╝berzeugt, dass die verschiedenen betroffenen Interessen und Zielkonflikte ber├╝cksichtigt w├╝rden.

Der neue Text benennt nun explizit, was 2018 nur implizit enthalten war, wie die SAMW auf ihrer Internetseite schreibt. Suizidhilfe bei gesunden Personen ist demnach im Sinne dieser Richtlinien medizin-ethisch nicht vertretbar.

Bei einem urteilsf├Ąhigen Menschen ist Suizidhilfe demnach dann vertretbar, wenn dieser unertr├Ąglich unter den Symptomen einer Krankheit und/oder Funktionseinschr├Ąnkungen leidet, die Schwere des Leidens durch eine entsprechende Diagnose und Prognose erwiesen ist, andere Optionen erfolglos geblieben sind oder von ihm als unzumutbar abgelehnt werden.

Es gehe dabei um Werte wie die Autonomie der Patientinnen und Patienten sowie den Schutz von nicht-urteilsf├Ąhigen Patientinnen und Patienten. Zudem m├╝ssten Betroffene, die urteilsf├Ąhig seien, davor gesch├╝tzt werden, dass andere Druck auf sie aus├╝bten.

(text:sda/bild:symbolbild)