8 Juni 2024

Ärzte ohne Grenzen: Szenen im Gazastreifen „apokalyptisch“

Der GeneralsekretĂ€r der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat die Situation im Gazastreifen mit drastischen Worten beschrieben und scharfe Kritik an der israelischen Seite geĂŒbt. „Die Szenen, ĂŒber die unsere Teams in den letzten Tagen aus Gaza berichtet haben, sind absolut entsetzlich. Das einzige Wort, das mir einfĂ€llt, um es zu beschreiben, ist „apokalyptisch““, sagte Christopher Lockyear am Samstag dem US-Sender CNN. Mit Blick auf die medizinische Versorgung sagte er: „Wir befinden uns in einer Situation, in der Menschen im Blut anderer Menschen behandelt werden.“

Auf der Plattform X erklĂ€rte die Organisation, nach den jĂŒngsten „intensiven Bombardements“ im Zentrum des Gazastreifens sĂ€hen sich die Helfer in den KrankenhĂ€usern Al-Aksa und Nasser mit einer „ĂŒberwĂ€ltigenden Zahl schwerverletzter Patienten, darunter viele Frauen und Kinder“ konfrontiert. PalĂ€stinensischen Angaben zufolge wurden infolge eines Einsatzes zur Befreiung von Geiseln am Samstag im Zentrum des Gazastreifens dutzende Menschen getötet und viele weitere verletzt.

GeneralsekretĂ€r Lockyear warf der israelischen Seite im GesprĂ€ch mit CNN vor, in Bezug auf die humanitĂ€re Hilfe im Gazastreifen falsche Informationen zu verbreiten. Er sprach von „einer Situation extremer Propaganda“. Zuvor hatten das israelische MilitĂ€r und die fĂŒr humanitĂ€re Hilfe zustĂ€ndige israelische Cogat-Behörde unter anderem auf der Plattform X eine Karte veröffentlicht, die suggerierte, dass Ärzte ohne Grenzen im Gazastreifen ein Feldlazarett betreibt. Dies stimme so nicht, stellte Lockyear klar. Zwar unterstĂŒtze die Hilfsorganisation vor Ort KrankenhĂ€user und Zentren fĂŒr die medizinische Grundversorgung. „Aber wir betreiben kein Feldlazarett im Gazastreifen.“ Konkret gebe es zwar die Erlaubnis fĂŒr eine solche Einrichtung, jedoch keine Genehmigung fĂŒr die Einfuhr der nötigen AusrĂŒstung. „Es ist also nicht korrekt, das zu berichten“, betonte Lockyear.

(text:sda/bild:keystone)