21 Januar 2023

Abtreibungsgegner demonstrieren in Washington

Erstmals seit der Aufhebung des landesweiten Rechts auf Abtreibung in den USA sind in der US-Hauptstadt Washington Abtreibungsgegner zum traditionellen „Marsch f├╝r das Leben“ zusammengekommen. Bei der Kundgebung am Freitag feierten tausende Demonstranten die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs vom vergangenen Sommer, das seit 1973 geltende Recht auf Abtreibung in den USA zu kippen. Gleichzeitig forderten sie, die von etlichen Bundesstaaten erlassenen Abtreibungsverbote nicht einzuschr├Ąnken. „Die Lebensrechtsbewegung hat mit dem Urteil in der Rechtssache Roe v. Wade einen grossen Sieg errungen, doch unsere Arbeit (…) ist noch lange nicht vorbei“, zitierte der US-Sender CNN eine der Initiatorinnen.

Die Sprecherin des Weissen Hauses sagte mit Blick auf die Kundgebung am Freitag, die US-Regierung unter Pr├Ąsident Joe Biden werde nicht m├╝de, auf „die st├Ąndigen Angriffe auf das Recht der Frauen, selbst ├╝ber ihre Gesundheit zu entscheiden“ hinzuweisen und sich dagegen einzusetzen. Biden hat den Richterspruch vom vergangenen Sommer aufs Sch├Ąrfste kritisiert und deutlich gemacht, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch landesweit wiederherzustellen. Bei vielen Amerikanern sorgte die Entscheidung f├╝r Wut und Entr├╝stung; landesweit gingen tausende Menschen auf die Strasse, um gegen die Entscheidung zu demonstrieren.

Der „Marsch f├╝r das Leben“ findet seit 1974 j├Ąhrlich statt. Anlass ist der Jahrestag der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes im Fall Roe v. Wade vor 50 Jahren, die zur Legalisierung von Abtreibungen f├╝hrte. Mit dem Urteil vom 24. Juni 2022 haben die Abtreibungsgegner ihrer Ansicht nach einen wichtigen Sieg errungen. Nun wollen sie ihren Fokus st├Ąrker auf den Gesetzgeber lenken.

(text:sda/bild:sda)