26 März 2021

Abstimmung zu Kantonszugehörigkeit von Moutier hat begonnen

Unter den Augen von eidgenössischen Beobachtern haben am Freitagabend die ersten Stimmberechtigten von Moutier über die Kantonszugehörigkeit abgestimmt. Das Abstimmungslokal wurden um 17 Uhr geöffnet.

Rund 50 Personen warteten um diese Zeit bereits vor der „SociĂ©t’halle“, die von einer Sicherheitsangestellten um Punkt fĂĽnf Uhr nachmittags aufgeschlossen wurde. Die Stimmabgabe verlief ruhig und gesittet.

„Alles läuft sehr gut“, sagte Jean-Christophe Geiser, Leiter der Beobachterdelegation, gegenĂĽber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es gebe weder Fahnen noch Kundgebungen von den beiden Lagern. Bevor die Menschen ihre Abstimmungszettel in die Urne gleiten liessen, mussten sie ihre Legitimationskarte unterschreiben.

Für die Abstimmung gelten die Corona-Sicherheitsmassnahmen. Ein- und Ausgänge des Abstimmungslokals wurden örtlich getrennt, damit sich die Weg der Abstimmenden nicht kreuzten. Die Medien hatten keinen Zutritt zum Gebäude.

An der Urne abstimmen kann man in Moutier noch am Samstag von 10 bis 12 Uhr und von 17 bis 19 Uhr, sowie am Sonntag von 10 bis 12 Uhr. Wer brieflich abstimmt, konnte sein Couvert bis Freitag um 16 Uhr in einen Behälter im Foyer des Rathauses legen. Dieser war von einer Polizeieskorte ins Abstimmungslokal gebracht worden.

Die versiegelten Wahlurnen mit den brieflichen Stimmen werden am Sonntagmorgen von Bern nach Moutier zurücktransportiert. Mit der Auszählung wird nicht vorzeitig begonnen. Der Abstimmungsleiter wird das Ergebnis des mit Spannung erwarteten Urnengangs am Sonntagnachmittag um 17 Uhr bekannt geben.

Der Bundesrat hatte nach der Ungültigkeitserklärung der ersten Abstimmung im Juni 2017 besondere Massnahmen ergriffen, um einen einwandfreien Ablauf dieser hochemotionalen Abstimmung zu gewährleisten. Zehn Mitarbeiter des Bundesamtes für Justiz (BJ) kontrollieren die Legitimationskarten und sechs Bundesbeobachter werden am Sonntag den Auszählungsprozess überwachen.

Auch die Polizei wird mit einem grösseren Aufgebot präsent sein. Am Sonntag sind in Moutier keine Kundgebungen erlaubt. Die Abstimmungssieger dĂĽrfen nach der Bekanntgabe der Resultate in die Altstadt – aber nur in Gruppen von höchstens 15 Personen. Der Gemeinderat empfiehlt aber, im privaten Kreis in kleinen Gruppen zu feiern und die Corona-Schutzmassnahmen einzuhalten.

Moutier ist ein Sonder-Fall im Jura-Konflikt. Bei den Volksabstimmungen von 1974 und 1975, die zur Schaffung des Kantons Jura führten, entschied sich die Stadt Moutier noch mehrheitlich für den Kanton Bern. Seit einigen Jahrzehnten jedoch wählt eine Mehrheit autonomistisch.

(text:sda / bild: canton du jura)