13 Februar 2024

90 Prozent des Mikroplastiks gelangt durch Reifenabrieb in Umwelt

Der gr√∂sste Teil des Mikroplastiks gelangt in der Schweiz durch Reifenabrieb in die Umwelt. Die Eidgen√∂ssische Materialpr√ľfungs- und Forschungsanstalt (Empa) versuchte aufzuzeigen, wie dies verringert werden kann.

Am meisten helfen w√ľrde demnach m√∂glichst gleichm√§ssiges Fahren, heisst es in einem am Dienstag ver√∂ffentlichten Bericht der Empa. So l√∂sten sich bei „Kavalierstarts“ oder Vollbremsungen am meisten Partikel von den Reifen.

Um ein möglichst gleichmässiges Fahren zu ermöglichen, könnten auf den Autobahnen bei hohem Verkehrsaufkommen Geschwindigkeitsharmonisierungs- und Gefahrenanlagen installiert werden, schreiben die Forscher.

Weitere M√∂glichkeiten f√ľr weniger Reifenabrieb w√§ren geringeres Fahrzeuggewicht, optimaler Reifendruck und korrekte Achsgeometrie. Bei den Autobahnen w√ľrden zudem bereits Massnahmen am Entw√§sserungssystem umgesetzt, innerorts sei dies aus Platzgr√ľnden schwieriger.

Die Empa nennt zudem die Entwicklung einer standardisierten Methode zur Quantifizierung des Reifenabriebs als wichtigen Punkt. Nur so k√∂nnten Resultate zuverl√§ssig verglichen und Grenzwerte definiert werden. Damit sei in den n√§chsten f√ľnf Jahren zu rechnen.

Der Bericht ist f√ľr eine Antwort auf ein Postulat von Nationalr√§tin Ursula Schneider-Sch√ľttel (SP/FR) aus dem Jahr 2019 verfasst worden. Sie verlangte vom Bundesrat, zu pr√ľfen, mit welchen Mitteln der Reifenabrieb vermindert werden k√∂nnte.

Studien, die sich auf Zahlen aus den 1970er-Jahren st√ľtzen, zeigten, dass pro Einwohner j√§hrlich 1,4 Kilogramm Reifenabrieb entsteht, heisst es im Bericht der Empa. Strassenabwasser-Behandlungsanlagen w√ľrden etwa einen Viertel zur√ľckhalten. Der Rest gelangt in Gew√§sser, B√∂den oder an den Strassenrand.

(text:sda/bild:unsplash)