23 Februar 2026

74 Tote bei Festnahme von mächtigem Drogenboss in Mexiko

Bei der Festnahme des mexikanischen Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes alias „El Mencho“ und anschliessenden Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und Verdächtigen sind in dem Fussball-WM-Gastgeberland mindestens 74 Menschen ums Leben gekommen. Darunter seien auch 25 Mitglieder der Nationalgarde sowie ein Justizvollzugsbeamter und ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft, sagte Sicherheitsminister Omar García Harfuch.

Am Sonntag hatten Soldaten versucht, „El Mencho“ im westlichen Bundesstaat Jalisco festzunehmen. Dabei kam es zu heftigen Kämpfen. Der verwundete Anführer des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) wurde schliesslich ausgeflogen und erlag auf dem Weg nach Mexiko-Stadt seinen Verletzungen.

Daraufhin steckten mutmassliche Kämpfer des Verbrechersyndikats in mehreren Bundesstaaten Autos in Brand und blockierten zahlreiche Strassen. Ausserdem griffen sie Banken, Tankstellen und Geschäfte an. Am Montag war die Lage nach Angaben der Regierung bereits wieder unter Kontrolle.

Dennoch liess das Chaos knapp vier Monate vor Anpfiff die Bedenken über Mexiko als WM-Ausrichter wachsen. Das Land richtet ab Juni gemeinsam mit den USA und Kanada die Fussball-Weltmeisterschaft aus. In Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey werden insgesamt 13 Spiele ausgetragen.

Bei dem Militäreinsatz gegen „El Mencho“ – der Spitzname soll eine Ableitung seines Vornamens Nemesio sein – kamen nach Angaben des mexikanischen Verteidigungsministeriums in Tapalpa in Jalisco acht Bandenmitglieder ums Leben.

Zudem stellten die Sicherheitskräfte gepanzerte Fahrzeuge und Waffen sicher, darunter einen Raketenwerfer mit dem nach Angaben des Verteidigungsministeriums sogar Hubschrauber oder Flugzeuge abgeschossen werden können.

(text:sda/bild:keystone)