4 Mai 2023

Regionale Zusammenarbeit bei Baubewilligungen gepr├╝ft

F├╝r viele Gemeinden wird es zusehends schwierig, ihre Aufgaben im Bereich der Bauverwaltung wahrzunehmen. Grund daf├╝r ist der Mangel an Fachpersonal. Die Regionalkonferenz Oberland-Ost kl├Ąrt deshalb ab, wie die Gemeinden durch eine verst├Ąrkte Zusammenarbeit auf diesem Gebiet entlastet werden k├Ânnen.

Der Fachkr├Ąftemangel wirkt sich auch in Berner Oberl├Ąnder Gemeinden auf die Bauverwaltungen aus. Wie in anderen Regionen der Schweiz bekunden immer mehr Gemeinden M├╝he, ihre Bauverwaltung mit gen├╝gend ausgebildetem Personal zu besetzen. Gleichzeitig werden die Baubewilligungs- und Baupolizeiverfahren immer komplexer.

In der Region Oberland-Ost haben bereits verschiedene Gemeinden damit begonnen, im Bereich Bauverwaltung zusammenzuarbeiten. Die Regionalkonferenz Oberland-Ost hat eine Arbeitsgruppe mit Abkl├Ąrungen beauftragt, die zeigen sollen, wie diese Zusammenarbeit vertieft werden kann und welche organisatorischen und finanziellen Grundlagen daf├╝r erforderlich sind.
Die Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz von Regionspr├Ąsident Peter Aeschimann hat mehrere Modelle gepr├╝ft. Im Vordergrund stehen zwei Varianten: Das Sitzgemeindemodell und das Modell ┬źRegionalkonferenz als Tr├Ągerschaft┬╗. In beiden Modellen verbleibt die Entscheidkompetenz bei den Gemeinden.

Beim Sitzgemeindemodell schliessen sich mehrere Gemeinden zusammen und ├╝bertragen die Durchf├╝hrung der Baubewilligungsverfahren an eine der Gemeinden. Die Sitzgemeinde erbringt dies als Dienstleistung gegen Entsch├Ądigung. Die Zusammenarbeit wird vertraglich geregelt, die Anschlussgemeinden k├Ânnen auf diese Weise beispielsweise ├╝ber Personaldotierung und Anstellungsentscheide mitbestimmen. Als Sitzgemeinden k├Ąmen f├╝nf gr├Âssere Gemeinden in verschiedenen Subregionen in Frage.

Das Modell ┬źRegionalkonferenz als Tr├Ągerschaft┬╗ funktioniert ├Ąhnlich. Hier wird das Baubewilligungsverfahren statt durch eine einzelne Gemeinde durch die Regionalkonferenz ├╝bernommen. Die Zusammenarbeit wird in einem Reglement definiert, dem die einzelnen Anschlussgemeinden zustimmen m├╝ssen. Die ├ťbernahme des Baubewilligungsverfahrens stellt nicht eine zwingende, sondern eine freiwillige Aufgabe der Regionalkonferenz dar. Die einzelnen Gemeinden k├Ânnen somit entscheiden, ob sie diese Aufgaben├╝bertragung m├Âchten oder nicht. Auch in diesem Modell w├╝rden die Arbeiten an dezentralen Standorten ausgef├╝hrt.

Die Arbeitsgruppe hat die beiden Varianten eingehend gepr├╝ft und nach Kriterien wie Personalrekrutierungsaufwand, Stellvertreterregelungen und Synergieeffekten bewertet. Sie spricht sich f├╝r das Modell ┬źRegionalkonferenz als Tr├Ągerschaft┬╗ aus. Die Regionalkonferenz unterbreitet die beiden Varianten nun den 28 Gemeinden des Verwaltungskreises Interlaken-Oberhasli zur Vernehmlassung. Nach Eingang der R├╝ckmeldungen seitens der Gemeinden wird sie ├╝ber das weitere Vorgehen entscheiden.

(text:pd/bild:unsplash)