30 Oktober 2021

Bern: 5000 demonstrieren fĂŒr Pflegeinitiative

Vier Wochen vor der eidgenössischen Abstimmung hat das Gesundheitspersonal am Samstag in Bern an einer Kundgebung fĂŒr bessere Arbeitsbedingungen und ein Ja zur Pflegeinitiative demonstriert.

Mehrere tausend Personen zogen am Nachmittag von der SchĂŒtzenmatte durch die Stadt zu einer Schlusskundgebung auf dem Bundesplatz. Sie skandierten Slogans wie „Notruf – Pflegeberuf“. Die Organisatorinnen des BĂŒndnis‘ Gesundheitspersonal schĂ€tzten die Zahl auf 5000 Teilnehmende.

Im Rahmen der Kundgebung berichteten Gesundheitsfachfrauen aus allen Landesteilen, wie sie im Alltag den „Notstands“ in der Pflege erlebten. Derzeit seien 11’000 Stellen in der Pflege unbesetzt, was zu enormen Druck und fĂŒr die Patienten gefĂ€hrlichem QualitĂ€tsverlust fĂŒhre.

In den Reden wurde fĂŒr eine Annahme der Pflegeinitiative geworben. Eine blosse Ausbildungsoffensive, wie sie der indirekte Gegenvorschlag vorsehe, genĂŒge nicht, hiess es. „Was nĂŒtzt dies, wenn viele den Beruf nachher verlassen?“, fragte sich eine Rednerin. Nötig sei eine grundsĂ€tzliche Reform des Gesundheitswesens.

Auf Transparenten und Schildern war unter anderem zu lesen „Wir retten Euch – Rettet uns“, „Stoppt Burnout und Erschöpfung“ odere „Klatschen reicht nicht.“. Zur Kundgebung aufgerufen hatte das BĂŒndnis Gesundheitspersonal, dem ĂŒber 10 BerufsverbĂ€nde und Gewerkschaften angehören, darunter der Berufsverbund der Pflegefachfrauen und PflegefachmĂ€nner (SBK).

Die vom SBK lancierte Pflegeinitiative verlangt, dass Bund und Kantone fĂŒr eine ausreichende, allen zugĂ€ngliche Pflege von hoher QualitĂ€t sorgen. Der Bund soll die Arbeitsbedingungen in den SpitĂ€lern, Heimen und Spitexorganisationen verbindlich regeln. Dazu zĂ€hlt die Höhe der Löhne.

Dem Bundesrat und einer Mehrheit des Parlaments geht die Initiative zu weit. Ein indirekter Gegenvorschlag sieht vor, dass Bund und Kantone fĂŒr die nĂ€chsten acht Jahre rund eine Milliarde Franken in die Ausbildung von Pflegepersonal investieren. Der Gegenvorschlag kĂ€me bei einer Ablehnung der Initiative zum Zug.

(text:sda/bild:sda)