26 Dezember 2021

50 Jahre Air-Glaciers in Lauterbrunnen

Adolf Litzler, ein Pionier unter den Helikopterpiloten, ĂŒberflog am 24.12.1971 eine Alouette III der Air-Glaciers von Sion nach Lauterbrunnen und legte damit den Grundstein der Helikopterbasis Lauterbrunnen, welche nun an Heiligabend dieses Jahres Ihr 50 Jahre JubilĂ€um feiert. Ein solches Ereignis feiern zu dĂŒrfen ist in der Helikopterbranche nicht selbstverstĂ€ndlich.

Das Land „in der Weid“ stellte sich bei der GrĂŒndung der Basis Lauterbrunnen als idealer Ort dar. Zu Beginn wurde die Alouette III im Freien stationiert und jeweils abends abgedeckt. SĂ€mtliche Wartungsarbeiten am Helikopter fanden unter freiem Himmel statt, was sich je nach Wetterlaune interessant gestalten konnte. Anfang 1972 wurden der erste Hangar sowie der Landeplatz geplant und am 6. Oktober 1973 eingeweiht (siehe Bild). Die Nachfrage im Transportbereich steigerte sich stetig, so dass im Herbst 1975 die Alouette III mit einer leistungsstĂ€rkeren SA 315b LAMA ersetzt wurde. In den folgenden Jahren wurde die Flottengrösse stets dem Bedarf angepasst. Der Personalbestand erhöhte sich somit stĂ€ndig. Dies fĂŒhrte im 1989 zum Bau einer Tankanlage mit einem Fassungsvermögen von 30‘000 Litern und im 1990 zum Anbau eines zweiten Hangars.

Pioniere der Helikopterarbeit in Lauterbrunnen

Aus heutiger Sicht kaum mehr denkbar, wurden die ersten Rettungen nur durch den Piloten, einem Flughelfer und bei Bedarf mit einem BergfĂŒhrer ausgefĂŒhrt. Situativ musste improvisiert, AblĂ€ufe erarbeitet und entwickelt werden. Eine spezielle Entwicklung war der Rettungskorb, wo Retter unten am Helikopter hĂ€ngend direkt zur Unfallstelle im steilen oder unzugĂ€nglichen GelĂ€nde eingeflogen werden konnten. Ab 1987 durfte man auf die Mithilfe vom Flugarzt Bruno Durrer zĂ€hlen, welcher sich mit einer eigenen Hausarztpraxis in Lauterbrunnen stationiert hatte. Das Kuhnetz, um verletzte Tiere zu fliegen, hatte seine AnfĂ€nge im Lauterbrunnental. Nach einem Transport einer Kuh in einem Lastennetz, entwickelte man das speziell fĂŒr Tierrettungen konzipierte Netz, so wie es heute in seiner Grundform eingesetzt wird. Zum Evakuieren von Personen in blockierten Luftseilbahnen wurde die «Jules Verne», eine Rettungsgondel, welche heute im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern ausgestellt ist, gebaut. Alle AblĂ€ufe, Standards und Systeme, die heute eingesetzt werden, haben ihren Ursprung aus den Erfahrungen und der Pionierarbeit von damals.

Der Pioniergeist lebt weiter

Die Air-Glaciers ist bestrebt auch in der Zukunft eine wichtige Rolle im HelikoptergeschĂ€ft zu sein und den frĂŒheren Pioniergeist in die Zukunft zu tragen. Heute sind auf der Basis in Lauterbrunnen 18 Festangestellte und ebenso viele Aushilfen und Freelancer beschĂ€ftigt. Der Rettungshelikopter ist 24/7 besetzt und seit diesem Winter mit einer 90-Meter Rettungswinde ausgerĂŒstet.

(text:pd / bild:zvg)