17 Juli 2023

49 Menschen 2022 von Salmonellen in „Kinderschokolade“ betroffen

Von einer Infektion mit Salmonellen wegen des Verzehrs der „Kinderschokolade“ von Ferrero sind im vergangenen Jahr 49 Menschen in der Schweiz betroffen gewesen. Unter den Patienten waren vor allem Kinder, wie das Bundesamt f├╝r Lebensmittelsicherheit und Veterin├Ąrwesen (BLV) am Montag mitteilte.

Die F├Ąlle verteilten sich auf 15 Kantone, die Betroffenen waren im Durchschnitt drei Jahre alt. Die Tageszeitung „24 Heures“ berichtete zuerst dar├╝ber. Untersuchungen legten nahe, dass der Ursprung des Salmonellenbefalls in einer belgischen Verarbeitungsanlage lag, wo Schokoladenprodukte der Marke „Kinder“ von Ferrero hergestellt wurden, wie das BLV am Montag weiter mitteilte.

Von dem Ausbruch waren 17 Staaten betroffen. Dabei traten 455 F├Ąlle von Salmonellose auf. Die weltweit eingeleiteten R├╝ckrufe und R├╝cknahmen verringerten laut BLV das Risiko weiterer Infektionen.

Bis zum 7. April nahm die Ferrero Schweiz AG freiwillig alle Produkte der Marke „Kinder“ vom Markt, die in dem betroffenen belgischen Unternehmen hergestellt und in der Schweiz vertrieben worden waren und rief diese Produkte zur├╝ck. Laut BLV lag die Hospitalisierungsrate bis zum 12. April 2022 l├Ąnder├╝bergreifend bei fast 50 Prozent.

Auf Grundlage amtlicher Kontrollen der Beh├Ârden wurde der betroffenen Fabrik im belgischen Arlon die Betriebsbewilligung entzogen. Im Juli 2023 wiederum war die betroffene Fabrik erneut von Salmonellen betroffen. Daraufhin stellte Schokoladenhersteller Ferrero die Produktion in dem belgischen Werk zum Teil ein, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Das BLV bilanzierte in seiner Mitteilung zudem die Entwicklung lebensmittelbedingter Krankheitsausbr├╝che in der Schweiz. Bis 2020 (13 Ausbr├╝che) kamen diese gem├Ąss BLV nicht sehr h├Ąufig vor. Ab 2021 (37 Ausbr├╝che) war ein deutlicher Anstieg der Ausbr├╝che zu verzeichnen. Dieser Trend setzte sich 2022 mit 40 Ausbr├╝chen fort.

Neben den Salmonellen in den Produkten von „Kinder“ war 2022 in der Schweiz vor allem ein nationaler Listeriose-Ausbruch Anfang Juli von Bedeutung, wie das BLV mitteilte.

Damals waren die gef├Ąhrlichen Bakterien in einer Thurgauer Fischr├Ąucherei entdeckt worden. Gegen den Betrieb laufen erweiterte Ermittlungen der Thurgauer Staatsanwaltschaft, weil mit Listerien kontaminierter Fisch einen Todesfall verursacht haben k├Ânnte, wie das Bundesamt f├╝r Gesundheit (BAG) mitteilte.

(text:sda/bild:keystone)