18 Dezember 2021

35 000 demonstrieren gegen mehr Spanisch an Kataloniens Schulen

Rund 35 000 Menschen haben in Barcelona gegen ein Gerichtsurteil demonstriert, wonach mehr Spanisch an ├Âffentlichen Schulen gesprochen werden soll. Die Kundgebung am Samstag stand unter dem Motto „Jetzt und immer, Schule auf Katalanisch“, wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtete. Redner forderten die Regionalregierung auf, eine gegenteilige Entscheidung des Obersten Gerichts Spaniens zu missachten.

Die Richter hatten angeordnet, dass mindestens 25 Prozent des Unterrichts auf Spanisch abgehalten werden m├╝sse. Bisher gibt es an den meisten Grundschulen in der nach Unabh├Ąngigkeit von Spanien strebenden autonomen Gemeinschaft im Nordosten pro Woche zweimal 45 Minuten Spanischunterricht, alle anderen F├Ącher werden auf Katalanisch unterrichtet. Viele Sch├╝ler sprechen jedoch ausserhalb des Unterrichts Spanisch.

Regionalregierungschef Pere Aragon├Ęs prangerte das Urteil des Gerichtshofs als Teil einer „Offensive des spanischen Nationalismus“ an. Andere Redner vermuteten, den Bef├╝rwortern von mehr Spanisch gehe es in Wirklichkeit um „weniger Katalanisch“. Kritiker des katalanischen Sprachenmodells hingegen sehen den geringen Anteil des Spanischen im Unterricht als Teil der Bestrebungen nach Losl├Âsung Kataloniens von Spanien.

Kataloniens Bildungsminister k├╝ndigte unterdessen Kontrollen durch Inspektoren an, die sicherstellen sollten, dass im Unterricht auch wirklich nur Katalanisch und kein Spanisch gesprochen werde.

Fast alle B├╝rger Kataloniens k├Ânnen Spanisch und gut 80 Prozent Katalanisch. Etwa ein Drittel gibt Katalanisch als Muttersprache an.

(text:sda/bild:unsplash)