1 Oktober 2021

23 Milliarden Franken kostet Atomkraftwerke-Stilllegung

23,1 Milliarden Franken kosten die Stilllegung und der R├╝ckbau der Schweizer Atomkraftwerke (AKW) sowie die Entsorgung aller Abf├Ąlle. Zu diesem Ergebnis kommt der AKW-Betreiberverband Swissnuclear in seiner alle f├╝nf Jahre erscheinenden Studie.

Die Gesamtkosten sind um 1,1 Milliarden Franken und damit 4,5 Prozent tiefer als letztmals 2016 mit 24,2 Milliarden Franken veranschlagt, wie der am Freitag ver├Âffentlichten neuesten Swissnuclear-Studie zu entnehmen ist.

Die Stilllegungskosten von neu rund 3,7 Milliarden Franken sanken um drei Prozent gegen├╝ber 2016 – „weil die Erfahrungen aus der Stilllegung des Kernkraftwerks M├╝hleberg zeigen, dass Nachbetriebsarbeiten und Stilllegungsarbeiten auch parallel ausgef├╝hrt werden k├Ânnen“, wie Swissnuclear erkl├Ąrt.

Die Entsorgungskosten sind sogar um f├╝nf Prozent gesunken gegen├╝ber den Berechnungen von 2016 und betragen beim Bau von je einem Lager f├╝r schwach- und hochaktive Abf├Ąlle an zwei unterschiedlichen Standorten neu 19,4 Milliarden Franken. Gesunken sind sie laut Swissnuclear, weil das Verf├╝ll- und Versiegelungskonzept weiterentwickelt und die Zugangsbauwerke und Verpackungsanlagen optimiert wurden.

Von den Gesamtkosten sind laut Swissnuclear-Studie 7,5 Milliarden Franken bereits bezahlt und weitere 8,9 Milliarden Franken in den Fonds sichergestellt. Knapp drei Viertel der Gesamtkosten sind somit laut Swissnuclear ausfinanziert. An Kapitalertr├Ągen aus dem Fondsverm├Âgen werden noch 4,9 Milliarden Franken erwartet.

Die Kostenstudie erfolgte im Auftrag der Verwaltungskommission der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds (Stenfo). Sie ber├╝cksichtigt laut Swissnuclear den neuesten internationalen Wissens- und Erfahrungsstand in Technik und Wirtschaft. In die aktuelle Studie sind demnach die Erkenntnisse aus der Stilllegung des Kernkraftwerks M├╝hleberg BE und aus den geologischen Untersuchungen der Nagra (Nationale Genossenschaft f├╝r die Lagerung radioaktiver Abf├Ąlle) eingeflossen.

Nach der Einreichung der Kostenstudie 2021 erfolgt in einem n├Ąchsten Schritt die Pr├╝fung durch das Eidgen├Âssische Nuklearsicherheitsinspektorat Ensi, durch unabh├Ąngige Kostenpr├╝fer sowie die Stenfo-Gremien. Anschliessend wird die Stenfo die H├Âhe der Beitr├Ąge, welche die Kraftwerksbetreiber pro Jahr in die Fonds einzahlen m├╝ssen, berechnen und festlegen.

Swissnuclear ist der Branchenverband der Schweizer Kernkraftwerksbetreiber (Axpo Power AG, BKW Energie AG, Kernkraftwerk Leibstadt AG und Kernkraftwerk G├Âsgen-D├Ąniken AG). Diese Unternehmen betreiben die Kernkraftwerke Beznau im Aargau, G├Âsgen im Kanton Solothurn und Leibstadt im Kanton Bern, die rund ein Drittel des Schweizer Stroms erzeugen.

(text:sda/bild:sda)