12 Januar 2024

2024 k├Ânnte noch heisser werden als Rekordjahr 2023

2023 war das heisseste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, doch dieses Jahr k├Ânnte noch heisser werden. Im vergangenen Jahr habe jeder Monat zwischen Juni und Dezember neue Temperaturrekorde aufgestellt und dieses Muster d├╝rfte sich fortsetzen.

Davor warnte die Weltorganisation f├╝r Meteorologie (WMO) am Freitag in ihrem Bericht zu den Temperaturen im Jahr 2023.

Die WMO best├Ątigte damit Angaben des EU-Klimawandeldienst Copernicus, wonach 2023 das heisseste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1850 waren. Mitverantwortlich daf├╝r war El Ni├▒o, der Mitte 2023 aufgetreten war. Das Wetterph├Ąnomen d├╝rfte auch daf├╝r sorgen, dass die Thermometer 2024 weiter ansteigen, warnte die neue WMO-Chefin Celeste Saulo: „Da El Ni├▒o normalerweise den gr├Âssten Einfluss auf die globalen Temperaturen hat, nachdem er seinen H├Âhepunkt erreicht hat, k├Ânnte es 2024 noch heisser werden.“

Im vergangenen Jahr lag die globale Durchschnittstemperatur 1,45 Grad Celsius ├╝ber dem vorindustriellen Niveau (1850-1900), heisst es in dem WMO-Bericht, der sich auf die Daten mehrerer anerkannter Institutionen st├╝tzt. Das ist etwas weniger als die 1,48 Grad, die Copernicus in der am Dienstag ver├Âffentlichten Jahresbilanz errechnet hatte.

Um katastrophale Folgen des Klimawandels abzuwenden, hatte die Weltgemeinschaft 2015 im Pariser Klimaabkommen vereinbart, die Erderw├Ąrmung auf deutlich unter zwei Grad, m├Âglichst aber auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Nach den Berechnungen der Wetter- und Ozeanografiebeh├Ârde der USA (NOAA) lag die globale Oberfl├Ąchentemperatur 2023 um 1,18 Grad ├╝ber dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Sie war zudem um rekordverd├Ąchtige 0,13 Grad h├Âher als 2016, dem bisher heissesten Jahr. Davon besonders betroffen waren demnach die Arktis, der Norden von Nordamerika, Zentralasien, der Nordatlantik und der ├Âstliche tropische Pazifik.

Der Klimawandel sei „die gr├Âsste Herausforderung f├╝r die Menschheit“, sagte Saulo. „Er eskaliert – und das ist eindeutig auf menschliche Aktivit├Ąten zur├╝ckzuf├╝hren“, sagte Saulo. „Wir k├Ânnen es uns nicht leisten, noch l├Ąnger zu warten“, warnte sie. Zwar seien bereits Massnahmen ergriffen worden, „aber wir m├╝ssen mehr tun, und zwar schnell“.

Sie bekr├Ąftigte die Forderung von Klimaexperten nach einer „drastischen“ Senkung der Treibhausgasemissionen und einem beschleunigten ├ťbergang zu erneuerbaren Energien.

Die WMO betonte, dass seit den 1980er Jahren jedes Jahrzehnt w├Ąrmer war als das vorangegangene und die neun heissesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen allesamt zwischen 2015 und 2023 lagen. Demnach lag die Durchschnittstemperatur in den zehn Jahren von 2014 bis 2023 um 1,20 Grad ├╝ber dem vorindustriellen Durchschnitt.

(texdt:sda/bild:unsplash-symbolbild)