8 April 2023

16 Menschen von Lawine in Saas-Fee VS erfasst

Eine ausserhalb markierter Pisten bei Saas-Fee VS am Samstag niedergegangene Lawine hat 16 Menschen erfasst. Ein Grossaufgebot barg alle lebend, wie das Rettungsunternehmen Air Zermatt mitteilte. Neun von ihnen trugen Verletzungen davon, eine Person schwere. Am spÀteren Nachmittag wurde die Suche eingestellt.

Die neun Verletzten wurden von Helikoptern ins Spital geflogen. Die Lawine ging am Morgen im Saastal am Alphubel auf 4000 Metern ĂŒber Meer nieder und erfasste die SkitourengĂ€nger. Der Alarm ging um 10.33 Uhr ein, und die Polizei löste einen Grosseinsatz aus.

Der Lawinenkegel war Polizeiangaben zufolge 200 Meter breit und lag auf etwa 3700 Metern ĂŒber Meer in hochalpinem GelĂ€nde. ZunĂ€chst war ungewiss, ob und wie viele Personen sich in den Schneemassen befanden.

Zwei Personen wurden den Angaben zufolge praktisch sofort nach dem Eintreffen des Grossaufgebots aus dem Lawinenkegel befreit. Weitere fĂŒnf blieben mehr oder weniger unverletzt und konnten vor Ort von einem Arzt versorgt werden.

Die von der Lawine Erfassten waren in fĂŒnf Tourengruppen unterwegs, wie StĂšve LĂ©ger, Sprecher der Kantonspolizei Wallis, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage sagte. Am Nachmittag ging die Polizei „mit grösster Wahrscheinlichkeit“ davon aus, dass es keine Vermissten gibt. „Sie haben RiesenglĂŒck gehabt“, erklĂ€rte der Sprecher.

Polizei- und HilfskrÀfte waren mit insgesamt acht Helikoptern im Einsatz, wie die Air Zermatt mitteilte. Vier stellte die Air Zermatt, drei die Air-Glaciers und einen die Rettungsflugwacht (Rega). Bei solchen Ereignisse zÀhle jede Sekunde, hiess es bei Air Zermatt.

Mit den FluggerĂ€ten wurden Rettungsteams und technisches Material zum Lawinenkegel gebracht. Zudem fĂŒhrten die Helikopter SuchflĂŒge durch. Im Einsatz standen neben Rettungsspezialisten auch Lawinenhunde und Feuerwehrleute.

Um nach dem Lawinenunfall weitere LawinenabgÀnge zu vermeiden, evakuierten die RettungskrÀfte drei Personen vom Gipfel des Alphubels. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet. Sollte ein TourengÀnger oder eine Gruppe die Lawine ausgelöst haben, sind Strafverfahren möglich. Aktuell herrscht im Wallis mÀssige Lawinengefahr.

(text&bild:sda)