17 Juli 2022

1:4 gegen die Niederlande: Das Schweizer Wunder bleibt aus

Die Schweiz verliert das dritte Gruppenspiel gegen die Niederlande 1:4 und scheidet an der Europameisterschaft in England aus. Ein beherzter Auftritt gegen den Titelverteidiger bleibt unbelohnt.

Dann passiert es doch. In Sheffield lĂ€uft die 84. Minute, ein hoher Flankenball, GaĂ«lle Thalmann zögert, und der Ball fliegt vom Kopf der eingewechselten NiederlĂ€nderin RomĂ©e Leuchter in hohem Bogen ins Tor. Es ist das 2:1 fĂŒr den haushohen Favoriten, und der Anfang vom Ende fĂŒr das EM-Abenteuer des Schweizer Teams. Zwei weitere Treffer in der Schlussphase sind nicht mehr als ein weiterer Schlag auf die schon am Boden liegenden Schweizerinnen.

Zuvor war sie an diesem heissen Tag durchaus in der Luft gelegen, die Überraschung. Wieder liessen sich die Schweizerinnen nĂ€mlich von den grossen Namen auf der Gegenseite nicht beeindrucken. Wie schon gegen Schweden am Mittwoch spielten sie defensiv diszipliniert und mutig nach vorne. Am Vortag hatte Nielsen seinen Matchplan gegen die Titelverteidigerinnen nicht preisgeben wollen, 24 Stunden spĂ€ter sahen die ĂŒber 22’000 Zuschauerinnen und Zuschauer an der Bramall Lane, dass es aufging, was sich der DĂ€ne ĂŒberlegt hatte.

In derselben Aufstellung angetreten wie zuletzt, setzte Sandy Maendly fĂŒr die Schweiz ein erstes Ausrufezeichen mit einem Schlenzer. Die Genferin schien eigenmĂ€chtig verhindern zu wollen, dass ihre Karriere an diesem Sonntag mit einer Niederlage zu Ende geht und stattdessen noch bis mindestens nĂ€chsten Samstag um das Viertelfinalspiel gegen Frankreich verlĂ€ngert wird.

Die GefÀhrlichste in den Reihen des Teams von Nils Nielsen war aber einmal mehr Ramona Bachmann. Die PSG-Akteurin, die schon gegen Schweden getroffen hatte, stellte die NiederlÀnderinnen mit ihrer Schnelligkeit immer wieder vor Probleme, und zeigte zudem quasi blindes VerstÀndnis mit Géraldine Reuteler. In der 53. Minute kombinierten sich die beiden auf der linken Seite durch, und Reuteler schob den Ball elegant ein.

Es war das 1:1 fĂŒr die Schweizerinnen, weil ein paar Minuten zuvor bei einem Eckball die Zuteilung fĂŒr einmal nicht gestimmt hatte und Ana-Maria Crnogorcevic einen Kopfball von Stephanie van der Gragt nicht mehr klĂ€ren konnte. Doch wie schon gegen Schweden fanden die Schweizerinnen orchestriert von Bachmann postwendend eine Antwort. Und waren in der Folge nahe, die Partie zu drehen. Denn nur drei Minuten nach dem Ausgleich kombinierten sich Reuteler und Bachmann erneut durch die Reihen der NiederlĂ€nderinnen. Diesmal fand Bachmann in der Mitte Coumba Sow, die erst an TorhĂŒterin Daphne van Domselaar scheiterte und ihren Nachschuss dann vom Pfosten zurĂŒckprallen sah.

Es war der Moment, als die Schweizerinnen ihre stĂ€rkste Phase hatten, in der sie die ĂŒber 1000 mitgereisten Fans hoffen liessen, als erstes europĂ€isches Team in den letzten fĂŒnf Jahren einen Sieg gegen die Niederlande einzufahren. Doch diese Hoffnung endete jĂ€h mit RomĂ©e Leuchters Kopfball, womit die Schweizerinnen auch bei ihrer zweiten EM nach 2017 nicht ĂŒber die Gruppenphase hinauskommen. Die Schweizer Delegation fliegt am Montagnachmittag von Manchester zurĂŒck in die Schweiz.

(text und bild:sda)