Siegenthalergut: Zwei Siegerprojekte für die ersten Baufelder
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(03:12)
Der Projektwettbewerb für die ersten beiden Baufelder des Siegenthalerguts ist entschieden: «SIGI» von Luca Selva AG, Basel mit Lars Ruge Landschaften, Zürich und «Nachwachsende Stadt» von Bjarke Ingels Group, Kopenhagen / Zürich mit August + Margrith Künzel Landschaftsarchitekten AG, Binningen heissen die Sieger. Nach einer Präqualifikation wurden zehn Teams für einen einstufigen, anonymen Projektwettbewerb ausgewählt. Die Jury bestimmten für beide Baufelder je ein Siegerprojekt, die von den beiden Teams parallel weiterbearbeitet werden.
Die Jury hat für die beiden Baufelder einstimmig je ein Projekt zur Weiterbearbeitung empfohlen. Grundlage für den Wettbewerb bildeten die Zone mit Planungspflicht (ZPP) und der Masterplan. Damit konnten die Teams den vorhandenen Raum gut nutzen und zugleich eine hohe Wohn-, Freiraum- und Siedlungsqualität schaffen. «Die beiden Siegerprojekte lösen die unterschiedlichen Herausforderungen der Baufelder überzeugend. Sie nutzen den verfügbaren Raum optimal, schaffen attraktive Freiräume und verbinden das Areal klar mit dem Boulevard, dem Park und den angrenzenden Quartieren», sagt Florian Kühne, Stadtarchitekt Thun.
Baufeld B: «SIGI»
Auf Baufeld B überzeugte das Projekt «SIGI» von Luca Selva AG, Basel, mit Lars Ruge Landschaften, Zürich. Es entwickelt das Baufeld mit Mietwohnungen, gemeinnützigen Wohnungen sowie quartierbezogenen und gewerblichen Nutzungen zu einem durchmischten Quartierbaustein. Die Jury hebt die klare und sorgfältige Anordnung der Gebäude hervor. Ebenso lobt sie die lebendige Sockelzone entlang des Boulevards an der Hohmadstrasse und das vielfältige Wohnangebot für unterschiedliche Haushalte, Altersgruppen und Budgets.
Gegliederte Baukörper und grüne Höfe schaffen einen Ort mit vielen Begegnungsmöglichkeiten. Flexible Wohnungsgrundrisse, eine ressourcenschonende Bauweise und gemeinschaftlich nutzbare Bereiche fördern das nachbarschaftliche Zusammenleben. Das Freiraumkonzept stärkt zudem Begrünung, Biodiversität und Regenwassermanagement.
Baufeld C: «Nachwachsende Stadt»
Auf Baufeld C setzte sich das Projekt «Nachwachsende Stadt» der Bjarke Ingels Group, Kopenhagen/Zürich, mit August + Margrith Künzel Landschaftsarchitekten AG, Binningen, durch. Vorgesehen sind ein Hotel, Wohnungen sowie flexibel nutzbare Flächen für ergänzende Angebote. Überzeugt haben die Jury vor allem das markante Hotel am Stadteingang Thun Nord und der konsequente Nachhaltigkeitsansatz mit Holz als prägendem Baustoff.
An der prominenten Lage gegenüber dem Sportcluster bildet das Hotel den Auftakt zum neuen Stadtquartier. Es soll Bezüge zum künftigen Swiss Football Home, zum Boulevard und zum Quartier herstellen. Begrünte Innenbereiche und gemeinschaftliche Räume sorgen für eine hohe Aufenthaltsqualität. Dank der flexiblen Gebäudestruktur lassen sich die Nutzungen im weiteren Projektverlauf weiterentwickeln.
Gemeinsames Verfahren, zwei eigenständige Lösungen
Die gleichzeitige Bearbeitung der beiden Baufelder wurde bewusst gewählt: B und C bilden zusammen den Auftakt der Entwicklung, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Baufeld B ist vorwiegend auf Wohnen und quartierbezogene Angebote ausgerichtet. Baufeld C umfasst an der sichtbarsten Lage des Areals, unter anderem das Hotel. Das Wettbewerbsverfahren erlaubte es, die Projekte im Zusammenhang zu betrachten und dennoch für jedes Baufeld die überzeugendste Lösung auszuwählen. «Mit den beiden Siegerprojekten wird die langjährige Planung für das Siegenthalergut konkret. Sie schaffen eine starke Grundlage, um die ersten Baufelder parallel und mit jeweils eigener überzeugender Identität weiterzuentwickeln», sagt Thomas Frutiger, Co-Präsident des Verwaltungsrates der Frutiger Gruppe.
Anliegen aus Quartier und Nachbarschaft aufgenommen
«Viele Menschen aus dem Quartier haben sich in den vergangenen Jahren in die Entwicklung des Siegenthalerguts eingebracht. Es freut mich zu sehen, dass die Bedeutung von attraktiven Freiräumen, Begegnungsorten und eine gute Anbindung ans bestehende Quartier in den Siegerprojekten sichtbar wird», sagt Alfred Blaser, Präsident Hohmad-Leist. Der Einbezug der Bevölkerung ist ein wichtiger Bestandteil der Quartierentwicklung. Die Thunerinnen und Thuner konnten sich im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung zur Zone mit Planungspflicht (ZPP), einer Bevölkerungsbefragung sowie verschiedener Workshops aktiv einbringen. «Mit dem Siegenthalergut entsteht nicht einfach neuer Wohnraum, sondern ein vielfältiges Quartier für unterschiedliche Generationen und Lebensformen. Die beiden Siegerprojekte schaffen gute Voraussetzungen für Begegnung, Nachbarschaft und eine hohe Lebensqualität», sagt Eveline Salzmann, Stadtpräsidentin Thun.
Nächste Schritte und öffentliche Ausstellung
Die beiden Siegerprojekte werden unter Berücksichtigung der Empfehlungen der Jury zu Richtprojekten weiterentwickelt. Anschliessend folgen die weiteren Projektierungs- und Bewilligungsschritte. Der Baustart für die ersten beiden Baufelder ist frühestens ab 2028 vorgesehen.
Alle Wettbewerbsbeiträge sind vom 28. Oktober bis 10. November 2026 in der Westhalle Thun (Industriestrasse 5, 3600 Thun) öffentlich ausgestellt. Die Ausstellung ist jeweils von Montag bis Freitag, 9.00 bis 16.00 Uhr, geöffnet. Besucherinnen und Besucher erhalten einen umfassenden Einblick in die zehn Wettbewerbsbeiträge und die beiden Siegerprojekte und können die unterschiedlichen Lösungsansätze direkt miteinander vergleichen.
Entwicklung des Quartierteils
Auf dem Siegenthalergut soll ein neues Stadtquartier mit Wohnraum für rund 1’500 Menschen entstehen, das mit Park, Plätzen und vielfältigen Angeboten auch allen Thunerinnen und Thunern offensteht. Geplant sind Miet- und Eigentumswohnungen inkl. gemeinnützigem Anteil von über 30%, Dienstleistungen, Gewerbe, Bildungs- und Gesundheitsangebote, ein Hotel sowie grosszügige Grün- und Freiräume. Ein neuer öffentlicher Park bildet das räumliche Herzstück des Quartiers.
(text:pd/bild:zvg bjarke ingels group)