11 Februar 2026

Regionalgefängnis Thun: Hohe Belegung birgt Konfliktpotenzial

„Einen Gefängnisaufstand kann man nie zu hundert Prozent verhindern“, sagt Ueli Kräuchi, Direktor des Regionalgefängnisses Thun. Es sei jedoch wichtig, aus Vorfällen wie dem jüngsten Aufstand in der Westschweiz Lehren zu ziehen und die eigene Situation kontinuierlich zu überprüfen.

„Ein gewisses Potenzial an Aggressionen ist immer irgendwie vorhanden.“ Er möchte den Vorfall in der Westschweiz deshalb nicht verurteilen und behaupten, dass die Berner Gefängnisse es besser könnten. „Wenn die Insassen das Gefühl haben, sie können sich nicht mehr wehren, kann ich mir schon auch vorstellen, dass so etwas auch bei uns passieren kann“, so Kräuchi. Das müsse man sich bewusst sein.

Auch im Regionalgefängnis Thun besteht derzeit ein gewisses Konfliktpotenzial. Grund dafür ist die hohe Belegung, wie der Thuner Gefängnisdirektor erklärt: „Wenn Leute eng zusammen sind, ist das Potenzial für eine Krise da.“ Im Moment sei man aber gut unterwegs, auch wenn die Situation wegen der hohen Belegung angespannt sei. Die Situation im Thuner Regionalgefängnis sei momentan ruhig und „im grünen Bereich”, fasst Kräuchi zusammen.

Man sei so gut wie möglich auf Austände vorbereitet. Ein besonderes Augenmerk liege dabei auf dem Personal. Dieses sei geschult, wie man deeskalierend in solchen Situationen handelt und wie man allgemein mit teilweise aggressivem Verhalten der Insassen umgeht. Zudem habe man personelle Massnahmen ergriffen, denn in einem vollen Gefängnis sei es besonders wichtig, dass es genügend Angestellte habe.

(text:pmu/bild:kantonbern)