24 Dezember 2025

Zwei Motionen zur Wolfsregulierung sorgen für Kontroversen

Anfang Dezember hat der Nationalrat in der Wintersession zwei Motionen zur strengeren Regulierung des Wolfs angenommen. Ernst Wandfluh, der Präsident des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbands, hat sich im Nationalrat klar für beide Motionen eingesetzt. Die erste Motion fordert, dass in Rudeln lebende Problemwölfe, die Nutztiere reissen, ganzjährig abgeschossen werden dürfen. Die zweite Motion zielt darauf ab, Problemwölfe auch in Jagdbanngebieten abschiessen zu dürfen. Laut Wandfluh sind beide Motionen für Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter von zentraler Bedeutung, da sie deren terilweise schwierige Situation mit dem Wolf verbessern würden. Er ist der Meinung, dass die Wolfspopulation in den letzten zehn Jahren exponentiell zugenommen hat und dass es in immer mehr Regionen zu mehr Rissen kommt.

Christina Steiner, die Präsidentin der Wolfsschutzorganisation CH Wolf, widerspricht dieser Darstellung. Sie sagt: „Ja, es gibt mehr Wölfe, aber die Anzahl der Risse hat im Vergleich zu früher massiv abgenommen. Im Jahr 2000 gab es vier Einzelwölfe, die 255 Risse verursacht haben, also 63,7 Risse pro Wolf. Heute gibt es rund 350 Wölfe und knapp 1’000 Risse, also 2,8 Risse pro Wolf.“ Steiner führt dies auf den Herdenschutz zurück. Wenn dieser wirksam und konsequent umgesetzt werde, könne er das Problem der Risse massiv entschärfen. Darum setzen aus ihrer Sicht die Motionen am falschen Ort an. Mit Abschüssen und einer strengeren Regulierung des Wolfs würden die Probleme nicht gelöst, so Christina Steiner.

Für die Umsetzung der Motionen muss das Jagdschutzgesetz angepasst werden. Wolfsschutzorganisationen haben bereits angekündigt, dagegen das Referendum zu ergreifen. Letztlich wird somit warscheinlich das Schweizer Stimmvolk über die geplanten Änderungen entscheiden.

(text:pmu/bild:unsplash)