24 Juni 2021

Zwei Verletzte nach Unwettern – hunderte Schadensmeldungen

Die Serie heftiger Gewitter reisst nicht ab: Bei Unwettern vom Mittwochabend sind zwei Menschen verletzt worden, es kam zu Behinderungen im Bahn- und Strassenverkehr sowie hunderten von Schadenmeldungen. F├╝r Donnerstagabend waren erneut Gewitter mit Unwetterpotenzial angesagt.

In Frauenfeld krachte w├Ąhrend des Gewitters am Mittwochabend ein Baum auf ein fahrendes Auto. Die 46-j├Ąhrige Lenkerin wurde verletzt, sie musste ins Spital gebracht werden, wie die Thurgauer Kantonspolizei mitteilte. Am Auto entstand Totalschaden.

Zwischen H├Ârhausen und Dettighofen TG sp├╝lte der Regen Erdreich auf die Strasse. Eine 38-j├Ąhrige Autofahrerin verlor deshalb auf der verschmutzten Fahrbahn die Kontrolle ├╝ber ihren Wagen. Sie kam von der Strasse ab, prallte in eine Trafostation und wurde mittelschwer verletzt. Insgesamt gingen bei der Kantonspolizei Thurgau 200 Schadensmeldungen ein.

Alle H├Ąnde voll zu tun hatten die Kantonspolizei und Feuerwehren im Kanton Bern. Insgesamt seien am Mittwochabend und in der Nacht auf Donnerstag 800 Meldungen eingegangen, darunter 500 aus dem Berner Jura, twitterte die Kantonspolizei. Auch der Oberaargau sei stark betroffen gewesen.

Die Berner Geb├Ąudeversicherung rechnete – Stand Donnerstag – mit rund 10ÔÇÖ000 Schadensf├Ąllen und einer Gesamtschadensumme von ├╝ber 25 Millionen Franken, wie es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA hiess.

Die meisten der Polizei gemeldeten Schadenmeldungen betrafen Wassereinbr├╝che und ├╝ber Ufer getretene B├Ąche sowie Strassen, die wegen Steinschlags, Erdrutschen und Hochwasser gesperrt werden mussten. Bilder und Videos auf Medienplattformen zeigten mit Hagel bedeckte Strassen und Autobahnen im Berner Jura.

Von der Wucht des Unwetters in der Westschweiz zeugte der Fall einer 25 Meter hohen Pappel in Genf, der Baum prallte auf drei Autos und ein Fahrrad, verletzt wurde niemand.

Auch weitere Regionen wurden von Sturmwind, Starkregen und Hagelschlag heimgesucht. Auf der Einsatzzentrale der Polizei Basel-Landschaft gingen rund 1000 Notrufe ein, die Feuerwehren r├╝ckten rund 300 Mal aus. Im Aargau standen 49 Feuerwehren an ├╝ber 70 Schadenpl├Ątzen im Einsatz. Bei der Kantonspolizei Solothurn gingen ├╝ber 50 Meldungen ein.

Die Unwetter hatten mehrere St├Ârungen im Bahnverkehr zur Folge, die jedoch im Verlaufe des Donnerstags weitgehend behoben waren. So wurde laut SBB beispielsweise am sp├Ąten Mittwochabend der Flughafenbahnhof in Kloten ├╝berschwemmt. Ein Teil der Gleisanlage stand einige Zentimeter hoch unter Wasser und Schlamm.

Im Berner Jura blieben mehrere regionale Bahnlinien auch am Donnerstag noch gesperrt. Es verkehrten Bahnersatzbusse. Auf der Strecke zwischen Sonceboz-Sombeval BE mussten wegen des Hagelgewitters am Mittwochabend zehn Personen aus einem Zug evakuiert werden, wie die SBB auf Anfrage eine Meldung von nau.ch best├Ątigten. Es sei auch zu Sch├Ąden an den Anlagen im Bahnhof Sonceboz gekommen.

Wegen eines Erdrutsches vor├╝bergehend unterbrochen war die Bahnstrecke Solothurn – Moutier.

Wegen der seit Samstag verbreiteten Gewitter wurden der Mobiliar bisher rund 7500 Sch├Ąden gemeldet, wie die Versicherung mitteilte. Sie rechnete mit einer Schadensumme von ├╝ber 60 Millionen Franken. Mehr als zwei Drittel betr├Ąfen Fahrzeuge.

Inzwischen sind auch erste Schadensch├Ątzungen der heftigen Gewitter in Cressier NE vom Dienstagabend bekannt. Allein die Geb├Ąudeversicherung rechnete f├╝r die Region mit Sch├Ąden im Umfang von 15 Millionen Franken.

Verantwortlich f├╝r die heftigen Gewitter ist die momentane, aussergew├Âhnliche Wetterlage. Die Schweiz befindet sich am Ostrand einer Tiefdruckrinne, diese Konstellation hat “aus S├╝dwesten feucht-warme und gewitteranf├Ąllige Luft” gebracht, wie SRF Meteorologe J├╝rg Ackermann dem Onlineportal srf.ch sagte. Eine solche Wetterlage k├Ânne immer wieder einmal vorkommen. Dass sie nun aber so lange dauerhaft an einem Ort bleibe, sei aussergew├Âhnlich.

Alleine am Mittwochabend fielen in Langenbruck BL nach Angaben des Wetterdienstes Meteonews 62 Millimeter Niederschlag. Das sei knapp die H├Ąlfte der ganzen Menge vom Monat Juni, schrieb der Wetterdienst auf Twitter. In Z├╝rich-Flughafen fielen knapp 50 Milliliter Niederschlag.

(text:sda/bild:unsplash)