7 Juni 2022

Zukunft des Great Barrier Reef steht auf Messers Schneide

Die Korallenriffe des Planeten sind in Gefahr. Besonders schlimm steht es um das Great Barrier Reef. Das Naturwunder ist von der sechsten Korallenbleiche seit 1998 betroffen. Zum Welttag der Ozeane gibt es viele schlechte Nachrichten – aber auch neue L├Âsungen.

Wer in den Ozean vor der Nordostk├╝ste Australiens eintaucht, erlebt sprichw├Ârtlich sein blaues Wunder: Ob tropische Fischschw├Ąrme, Buckel- und Zwergwale, Meeresschildkr├Âten, Haie, Rochen, bunte Korallen oder sanft schwingende Seeanemonen – das Great Barrier Reef gilt mit seiner Vielfalt an faszinierenden Lebewesen als eines der atemberaubendsten Naturwunder des Planeten.

Aber immer mehr Korallenb├Ąnke mutieren zu einer Art unterseeischem Geisterwald: Statt sich in ihrer Farbenpracht gegenseitig zu ├╝bertrumpfen, verlieren die Nesseltiere pl├Âtzlich ihre Couleur und stehen fahl und weiss da.

Das weltgr├Âsste Riff ist wegen der Meereserw├Ąrmung zunehmend in Gefahr – und immer h├Ąufiger von extremen Korallenbleichen betroffen. „Die Zukunft des Great Barrier Reef steht auf Messers Schneide, aber es ist noch nicht zu sp├Ąt, es zu retten“, sagte Anna Marsden, Direktorin der Stiftung „Great Barrier Reef Foundation“, anl├Ąsslich des Welttags der Ozeane am 8. Juni.

Die Erde ist zu 70 Prozent mit Wasser bedeckt. F├╝r das ├ťberleben der Menschheit sind die Meere von immenser Bedeutung: Sie produzieren nicht nur viel Sauerstoff, sondern sind auch Quelle f├╝r Nahrung, Rohstoffe und Energie.

Schon im M├Ąrz warnten Experten angesichts w├Ąrmerer Meerestemperaturen vor einer erneuten schweren Korallenbleiche am Great Barrier Reef. Seit Mai ist klar: Mehr als 90 Prozent der Riffe sind bereits betroffen. Es ist die vierte massive Bleiche seit 2016.

„Korallenbleichen wurden in allen drei Regionen des Riffs gemeldet, und das Ausmass reicht von m├Ąssig bis schwer“, sagte Stiftungsleiterin Marsden der Deutschen Presse-Agentur. Die Korallen stossen bei schwierigen Bedingungen die f├╝r die F├Ąrbung sorgenden Algen ab, mit denen sie sonst zusammenleben.

Gebleichte Korallen sind extrem gestresst, aber – und das ist die gute Nachricht – sie leben noch. „Wenn die Ursache ihres Stresses beseitigt wird und es beispielsweise k├╝hler wird, ist es Korallen m├Âglich, sich zu erholen.“

(text:sda/bild:unsplash)