4 Mai 2021

Zehn Institutionen forschen gemeinsam ├╝ber Energieversorgung

Ausstieg aus der Kernenergie, Erh├Âhung der Energieeffizienz, mehr erneuerbare Energien: Das will die Schweizer Energiestrategie 2050. In einem mit sechs Millionen Franken gef├Ârderten Programm erforschen zehn Institutionen, wie das nachhaltig und st├Ârungsfrei geht.

Sure heisst das Programm, kurz f├╝r „Sustainable and Resilient Energy for Switzerland“ (nachhaltige und widerstandsf├Ąhige Energie). Es ist eines von vier Projekten des neuen F├Ârderprogramms Sweet (Swiss Energy research for the Energy Transition) des Bundesamtes f├╝r Energie (BFE).

Im Programm Sure untersuchen die Forschenden in den kommenden sechs Jahren ausgew├Ąhlte Ereignisse, die das Schweizer Energiesystem der Zukunft beeinflussen k├Ânnten. Zentral ist die Frage, wie die Versorgung gestaltet werden muss, dass sie m├Âglichst widerstandsf├Ąhig und anpassungsf├Ąhig sowie nachhaltig ist.

„Neben Nachhaltigkeit sind Versorgungssicherheit und Unabh├Ąngigkeit zentrale Themen f├╝r die Schweizer Energieversorgung“, sagt Tom Kober, Leiter der Gruppe Energiewirtschaft im Labor f├╝r Energiesystemanalysen am Paul Scherrer Institut PSI und Koordinator von Sure in einer Mitteilung vom Dienstag.

„Disruptive EreignisseÔÇť mit ganz unterschiedlichen Ursachen k├Ânnten die Energiestrategie behindern. So k├Ânnten wichtige Energieinfrastrukturen aufgrund technischer oder energiepolitischer Einschr├Ąnkungen nicht voll verf├╝gbar sein oder extreme Wettererscheinungen die Stromproduktion in der Schweiz zumindest zeitweise substanziell beeintr├Ąchtigen.

Auch die Akzeptanz der Bev├Âlkerung oder regulatorische Rahmenbedingungen und die Ausgestaltung von F├Ârderinstrumenten sind entscheidend, wenn sich eine Technologie durchsetzen soll. Diese Aspekte spielen deshalb f├╝r die Resilienz des zuk├╝nftigen Energiesystems ebenfalls eine wichtige Rolle.

Deshalb ist in Sure von Beginn an ein enger Austausch mit 16 Partnern aus der Praxis vorgesehen, darunter Kommunen, Energieversorger und Politik. Drei Fallstudien – im Tessin, in Z├╝rich und im Raum Basel – sollen unterschiedliche Aspekte vertiefen. In Basel ist es etwa die Nachhaltigkeit und Resilienz der Energieversorgung f├╝r die dort angesiedelte Industrie.

Gemeinsam veranstalten die Partner regelm├Ąssige Workshops, bei denen Forschungsziele und Bed├╝rfnisse der Praktiker aufeinander abgestimmt und strategische Instrumente f├╝r die Unterst├╝tzung von Entscheidungstr├Ągern entwickelt werden.

F├╝r die Institutionen – darunter neben dem PSI etwa die ETHs Z├╝rich und Lausanne, die Universit├Ąten Bern, Genf und der italienischen Schweiz und die Z├╝rcher Hochschule f├╝r Angewandte Wissenschaften (ZHAW) – ist das Neuland: Diese Art von weit in die Zukunft reichenden Schockszenarien – bis 2035 oder sogar bis 2050 – kombiniert mit einem breit auf Indikatoren gest├╝tzten Analyseansatz gebe es f├╝r die Schweiz noch nicht, heisst es in der Mitteilung.

„Und noch nie waren die Rechenmodelle f├╝r so unterschiedliche Aspekte wie Infrastruktur, erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit eng zu einem systemischen Ansatz miteinander gekoppelt“. Sure kooperiere deshalb eng mit den drei anderen Sweet-Projekten, die sich mit Innovationen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 besch├Ąftigen.

Als einzige nicht-schweizerische Institution ist das Beratungsunternehmen E3-Modelling in Athen mit an Bord. „Es ist international bekannt f├╝r seine Modelle f├╝r techno-├Âkonomische Zusammenh├Ąnge auf europ├Ąischer und weltweiter Ebene“.

(text:sda/bild:unsplash)