19 Mai 2021

YB-Trainer Gerardo Seoane zieht in die Bundesliga

Nach drei Saisons mit drei Meistertiteln und einem Cupsieg verlĂ€sst Cheftrainer Gerardo Seoane die Young Boys. Der 42-jĂ€hrige Luzerner zĂŒgelt in einen höheren Stock, zu Bayer Leverkusen in die deutsche Bundesliga.

SpÀtestens als die Young Boys im Februar Bayer Leverkusen mit zwei Siegen (4:3 daheim, 2:0 auswÀrts) aus der Europa League eliminierten, wurden verschiedene deutsche Spitzenklubs auf Gerardo Seoane aufmerksam. In den letzten Wochen und Monaten wurde er in vielen deutschen Medien mit Borussia Mönchengladbach, Eintracht Frankfurt und zuletzt Bayer Leverkusen in Verbindung gebracht.

Mönchengladbach und Frankfurt entschieden sich fĂŒr andere Lösungen. In Leverkusen folgt Seoane mit einem Dreijahresvertrag auf den interimistisch engagierten Hannes Wolf, der seinerseits den an YB gescheiterten Peter Bosz ablöste. Seoanes Vertrag in Bern wĂ€re bis 2023 gĂŒltig gewesen. Die Höhe der Ablösesumme, die siebenstellig sein wird, geben die Klubs nicht bekannt.

Seoane bildete in seinen drei Jahren im Wankdorf in der sportlichen Leitung einen effizienten Dreizack zusammen mit Sportchef Christoph Spycher und Chef-Scout Stéphane Chapuisat. Trotz zahlreichen Wechseln im Kader gelang es ihm, die Mannschaft aus jeder möglichen Baisse herauszuhalten. In den 107 Super-League-Runden unter Seoane kam es nie vor, dass YB zwei Spiele in Folge verlor. Auch nach dem 108. Spiel vom Freitag in Lausanne wird es so sein. Die gelbschwarze Gesamtbilanz in der Meisterschaft unter Seoane beeindruckt: 76 Siege, 20 Remis, 11 Niederlagen 249:104 Tore. Keine andere Mannschaft, auch nicht der FC Basel, hat in drei aufeinanderfolgenden Saisons in der Super League derart gut abgeschnitten. Zu Seoanes Erfolgen gehört auch der erstmalige Vorstoss von YB in die Champions League im Herbst 2018.

Mit dem dritten Meistertitel de suite ist Seoane Aussergewöhnliches gelungen. Nur Albert Sing (vier Titel mit YB von 1957 bis 1960) und Timo Konietzka (drei Titel mit dem FC ZĂŒrich von 1974 bis 1976) wurden in der Geschichte des Schweizer Fussballs ebenfalls dreimal nacheinander als Trainer Schweizer Meister.

Die Trainerhistorie spricht fĂŒr das Wohlergehen der Young Boys in den letzten Jahren. Die letzte Trainerentlassung war jene von Uli Forte im September 2015. Seither waren nur Adi HĂŒtter und Gerardo Seoane als Cheftrainer im Wankdorf tĂ€tig. Keiner von beiden wĂ€re entlassen worden. Beide liessen sich von höherer Stelle berufen.

FĂŒr die Berner, die derzeit mit den schweren Verletzungen von Fabian Lustenberger und Jean-Pierre Nsame Pech haben, bedeutet Seoanes Wegzug einen schweren Verlust. GegenĂŒber dem Mediendienst des Klubs sagte Spycher: “Wir haben grosses VerstĂ€ndnis fĂŒr Gerry Seoane, dass er die Herausforderung bei Bayer Leverkusen annehmen will. Die Zusammenarbeit mit ihm war geprĂ€gt von Vertrauen und Respekt. Dementsprechend sind wir von ihm in Bezug auf den Wechsel in die Bundesliga jederzeit korrekt ĂŒber den Stand der Dinge informiert worden. Gerry Seoane hat mit YB Geschichte geschrieben und war massgeblich daran beteiligt, dass unsere Mannschaft in den letzten drei Jahren derart geglĂ€nzt hat. Wir sind ihm zu grossem Dank verpflichtet.”

(text:sda/bild:gettyimages)