11 M├Ąrz 2021

YB bricht in den Schlussminuten auseinander

Die Young Boys beziehen im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League bei Ajax Amsterdam die erwartete Niederlage. Ein Weiterkommen wird nach dem 0:3 in Amsterdam f├╝r die Berner zur Herkulesaufgabe.

Bis zehn Minuten vor Schluss hatte der Schweizer Meister in Amsterdam spielerisch zwar eine Abreibung erhalten, sich allerdings beachtlich aus der Aff├Ąre gezogen. Erst ein Aussetzer des eingewechselten Nicolas Moumi Ngamaleu er├Âffnete Ajax das wichtige 2:0, das YB im Hinblick auf das R├╝ckspiel in Bern unter grossen Zugzwang gestellt h├Ątte. Der eingewechselte Brian Brobbey raubte in der dritten Minute der Nachspielzeit mit dem 3:0 die letzten Hoffnungen auf einen Berner Coup im R├╝ckspiel. „Ajax hat uns heute die Grenzen aufgezeigt“, sagte YB-Coach Gerardo Seoane gegen├╝ber dem Schweizer Fernsehen SRF nach Spielschluss.

Seiner Mannschaft war in der Johan-Cruyff-Arena schon in den ersten Spielminuten aufgezeigt worden, was sie in den kommenden 90 Minuten erwarten w├╝rde. Ajax liess den Ball gut laufen und lancierte seine schnellen und dribbelstarken Aussenspieler immer wieder in die Tiefe. F├╝r die Berner Abwehrreihen bedeutete dies einen hohen Laufaufwand, ihm zollte YB in den Schlussminuten Tribut. Die Umst├Ąnde die zur klaren, wenn auch in dieser H├Âhe verdienten Niederlage f├╝hrten, sind allerdings ├Ąrgerlich.

Ajax‘ 1:0 durch Davy Klaassen nach einer Stunde wurde durch Cedric Zesigers Fuss und Fabian Lustenbergers Brust eingeleitet, vor dem 2:0 in der 82. Minute verweigerte der eingewechselte Moumi Ngamaleu den Dienst. Der 26-j├Ąhrige Kameruner blieb bei einem Zuspiel von Cedric Zesiger wie angewurzelt stehen, Sekunden sp├Ąter schlug der Abschluss von Ajax-Captain Dusan Tadic hinter Guillaume Faivre ein. Und so geht YB statt mit einer erstaunlich guten mit einer fast aussichtslosen Ausgangslage ins R├╝ckspiel.

Dass die Hypothek im Wankdorf nicht noch gr├Âsser sein wird, ist nur Goalie Guillaume Faivre zu verdanken. Der 34-j├Ąhrige Neuenburger, der f├╝r den an einer Hirnersch├╝tterung leidenden Stammkeeper David von Ballmoos nachr├╝ckte, war der Mann der ersten Stunde. Faivre strahlte bei seinen Aktionen Ruhe aus und trug mit Worten dazu bei, dass seine Vorderleute den Gegner zwischenzeitlich gut kontrollierten. Immer wieder waren seine Anweisungen in der geschlossenen und praktisch leeren Johan-Cruyff-Arena zu h├Âren. Seine gr├Âsste Tat zeigte Faivre sechs Minuten nach der Pause, als er einen Kopfball von Edson Alvarez aus wenigen Metern abwehren konnte.

Weil die Niederl├Ąnder dem Ball im Spielaufbau mehr Sorge trugen als dies Leverkusen in den Sechzehntelfinals getan hatte, kam der Gast in der Offensive kaum zu ├ťberzahlsituationen. In der Regel waren die Angreifer Meschack Elia und Jean-Pierre Nsame an der Front auf sich gestellt, Gefahr konnte daraus folglich nicht entstehen. Die einzige Szene im Ajax-Strafraum entstand, als Aussenverteidiger Silvan Hefti in der 6. Minute aufr├╝cken konnte und Christian Fassnacht mit einer Flanke Nsame fand. (bild:flickr)