9 Juli 2021

Wohneigentum fĂŒr viele kaum mehr realisierbar – Preise steigen

Der Traum vom Eigenheim ist nach den anhaltenden Preissteigerungen fĂŒr viele ausgetrĂ€umt. Gerade fĂŒr Familien ist er oft nicht mehr realisierbar. Aber auch im Luxusbereich wird es immer noch teurer. Schuld daran ist auch die Corona-Pandemie.

Nach Daten des Bundesamt fĂŒr Wohnungswesen (BWO) werden Mietwohnungen wieder knapper und das Eigentum ist stĂ€rker gefragt denn je. Und wird entsprechend teurer. FĂŒr viele Familien habe sich damit der Traum vom Einfamilienhaus quasi erledigt.

Zwar sei das Wachstum der Bevölkerung – einer der Hauptreiber der Nachfrage – besonders bei der Schweizer Bevölkerung so bescheiden wie noch nie ausgefallen. Und auch das Wachstum der auslĂ€ndischen Wohnbevölkerung habe im normalen Rahmen gelegen, heisst es am Freitag. Dass diese Entwicklung nicht zu einer Entspannung bei den Preisen gefĂŒhrt habe, liegt den Experten des BWO zufolge an einer Änderung der PrĂ€ferenzen im Zuge der Pandemie. Viele Menschen hĂ€tten sich eine grössere oder zweite Wohnung gesucht.

Auf dem Mietmarkt sei es im Jahr 2020 besonders im unteren Preissegment zu einer Verknappung gekommen, aber auch das mittlere und obere Segment sei betroffen gewesen. Vor allem in den Regionen ZĂŒrich und Zug, dem Arc LĂ©manique und im Grossraum Bern seien Mietwohnungen Mangelware. „Diese rasche Verknappung ist besorgniserregend“, heisst es vom BWO.

Beim Eigentum habe sich die Lage indes kaum verĂ€ndert, die Angebote seien weiterhin rar und das bei deutlich steigenden Preisen. Schuld hieran sei nicht zuletzt die schwache BautĂ€tigkeit. „Ausser im Tessin gibt es kaum noch Orte, wo kapitalschwache Personen fĂŒndig werden können“, heisst es hierzu.

Es seien vorwiegend Einzelpersonen, kinderlose Paare und Ă€ltere Menschen, die sich Wohneigentum leisten können. Zudem habe die Bedeutung von Vermögen zugenommen, was auch das steigende Alter der KĂ€uferschaft erklĂ€re. FĂŒr Familien sei die Situation mittlerweile „problematisch“. Im Vergleich mit 1990 sei die Situation aber heute immer noch besser, denn damals waren sowohl Eigentum als auch Mietobjekte sehr knapp.

Neben EinfamilienhĂ€usern und Eigentumswohnungen bleibt aber auch das Luxus-Segment von höheren Preisen nicht verschont. GemĂ€ss Daten des Beratungsunternehmens FahrlĂ€nder Partner stiegen die Preise im zweiten Quartal 2021 fĂŒr EinfamilienhĂ€user um 1,5 Prozent, Eigentumswohnungen lagen bei plus 1,0 Prozent.

Im gehobenen Segment legten die Hauspreise um 2,5 Prozent zu. Besonders heftig war im Vergleich zum Vorjahresquartal der Preisanstieg fĂŒr Luxusobjekte, die um ĂŒber 11 Prozent anzogen.

Bei den Regionen ĂŒbernahm die Grossregion Genfersee mit einem Plus im zweiten Quartal von 2,2 Prozent fast die FĂŒhrung, hinter dem Anstieg im Jura um 2,6 Prozent allerdings von einem tiefen Niveau. Als einzige der Grossregionen wies Basel einen RĂŒckgang der Preise um 0,6 Prozent auf.

GemĂ€ss Stefan FahrlĂ€nder besteht die rege Nachfrage nach EinfamilienhĂ€usern und Eigentumswohnungen aber trotz der Preisanstiege weiterhin. Und der Preistrend dĂŒrfte sich – wenn auch etwas verlangsamt – weiter fortsetzen.