12 Mai 2021

Indische Corona-Variante in mehr als 40 LĂ€ndern erfasst

Die zunÀchst in Indien entdeckte Corona-Variante B.1.617 ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen in mehr als 40 LÀndern nachgewiesen worden.

Mehr als 4500 analysierte Gensequenzen aus 44 LĂ€ndern seien B.1.617 zugeordnet worden, zudem lĂ€gen Meldungen ĂŒber Nachweise aus fĂŒnf weiteren LĂ€ndern vor, teilte die Behörde in Genf am Dienstag mit. Am Montag hatte die UN-Behörde die Variante als “besorgniserregend” eingestuft. Zuvor hatte die WHO nur zunĂ€chst in Grossbritannien, SĂŒdafrika und Brasilien erfasste Varianten so bezeichnet.

Potenziell bedrohliche Varianten von Sars-CoV-2 werden von der WHO in zwei Kategorien einteilt: Varianten unter Beobachtung (“variants of interest”) sowie besorgniserregende Varianten (“variants of concern”). Letztere sind nachweislich ansteckender, schwerer bekĂ€mpfbar und/oder fĂŒhren zu schwereren KrankheitsverlĂ€ufen.

Es gebe Hinweise auf höhere Übertragungsraten bei B.1.617, eine rasche Verbreitung in mehreren LĂ€ndern sei beobachtet worden, hiess es von der WHO. Ob die Wirksamkeit von Impfstoffen oder Medikamenten bei der Mutante eingeschrĂ€nkt sei, sei noch unklar. Erste Ergebnisse von Laborstudien deuteten auf eine “mĂ€ssige Verringerung der Neutralisierung durch Antikörper” hin. Inwiefern das tatsĂ€chlich Auswirkungen etwa auf die Wirkung von Impfstoffen und Medikamenten und das Risiko fĂŒr erneute Infektionen hat, lĂ€sst sich aber noch nicht gesichert sagen.

In Indien stecken sich derzeit tĂ€glich Hunderttausende mit Sars-CoV-2 an. Seit Beginn der Pandemie sind in dem sĂŒdasiatischen Land mehr als 22,9 Infektionen erfasst worden. Bei lediglich rund 0,1 Prozent der positiv auf Corona getesteten Proben sei eine Gensequenzierung zur Variantenbestimmung vorgenommen worden, teilte die WHO mit. Ausserhalb Indiens meldete demnach bislang Grossbritannien die höchste Anzahl an Infektionen mit der Variante B.1.617. Dort werden vergleichsweise viele Proben sequenziert.

Nach WHO-Angaben sinkt die Zahl der Neuinfektionen in den meisten Regionen der Welt derzeit, einschliesslich Europa und dem amerikanischen Kontinent. In SĂŒdasien und SĂŒdostasien gibt es jedoch weiter einen starken Anstieg. Weltweit wurden vergangene Woche mehr als 5,5 Millionen FĂ€lle und rund 90 000 Tote im Zusammenhang mit der Pandemie gezĂ€hlt.

(text:sda/bild:beo)